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06.06.11 – Qaqortoq, Grönland: Oder auch nicht …

Früh am morgen schlug ich meine Augen auf und … „Puh“ – Nicht untergegangen, aber die großen schwimmenden Eisbrocken um uns herum sind auch nicht weniger geworden. Wo zum Henker sind wir?

Nun zum Tagesplan:

Qaqortoq genannt „Die Weiße“ mit ihren 3.000 Einwohnern ist die größte Gemeinde Südgrönlands und wäre unsere erste Anlandung in Grönland gewesen. Wie ihr sicher schon ahnt liegt hier die Bemerkung auf „wäre“. Wie wir später im Tagesverlauf erfuhren sind die bösen Eisberge aus Ostgrönland einfach mal so viel schneller als gedacht und erwartet an der Südspitze Grönlands angekommen. Qaqortoq macht seinem Namen alle Ehre. Der Name leitet sich von den zahlreichen Eisbergen in der Bucht ab, die zwar schön sind, aber leider auch dafür verantwortlich, dass zwischen März und Juli nicht immer alle Schiffe den Hafen anlaufen können.

Kurz nach dem Frühstück wurde die Anlandung offiziell abgesagt. Aufgrund der dicken Eisdecke und dem dichten Nebel hatten wir in der Nacht zu viel Zeit verloren. Um den Passagieren ein besseres Bild der Lage zu verschaffen, wurde uns anhand von Eiskarten (Quelle: DMI) die aktuelle Situation erklärt. Anhand der Eiskarten vom 3., 5. und 6. Juni kann man die Wanderung des Eises sehen. Innerhalb von drei Tagen hat sich die Eissituation im Kap Farvel drastisch geändert.

Dies war also nun der dritte Tag hintereinander auf See. Nach einer Weile Trübsal blasen entschloß ich mich etwas frische Luft zu schnappen. Das tolle Naturschauspiel entschädigte dann doch etwas für die verpasste Anlandung. Ist das nicht ein tolles blau in dieser mystischen Wetterlage :-)? Der Nebel vernebelte mir übrigens den ganzen Tag die Sicht. Aber naja, so ist es doch auch scheee.

Und so ganz nebenbei kam dann auch noch eine faule Robbe auf einer Eisscholle dahergeströmt. Hat die kein zu Hause? (Der kleine graue Fleck auf der Eisscholle):

Da ich als einfacher Reisebär keine GPS-Ausrüstung mit grafischer Darstellung zur Verfügung habe, fühlt sich man sich in all dem Nebel recht verloren. Da das Expeditionsteam das ständige „Sind wir schon da?“ nicht mehr hören konnte, erbarmten sie sich und malten uns die aktuelle Position an die Landkarte. An dem lustigen Bogen auf der Karte lässt sich gut die Änderung der Fahrtrichtung von Nord nach Süd erkennen. Dies war in der Nacht, als sich der Kapitän entschloß das Eis großräumig zu umfahren. In den drei Stunden von 13:15 bis 16:30 haben wir die letzten Ausläufer des Eisgürtels (großer Gürtel) durchfahren. Anschließend kamen wir wieder verhältnismäßig flott voran.

Während meine Sponsoren sich beim Abendessen den Bauch vollhauten, vor allem mit den leckeren Kuchen und Desserts, beobachteten meine Kumpels und ich das Geschehen vor dem Guckloch. Irgendeiner muss ja aufpassen, dass der Kapitän nicht noch ne Eisscholle mitnimmt ;-).

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