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30.03.14 – Osaka: Mehr als nur ein Zwischenstopp

Am heutigen Tag verlassen wir die schöne grüne Insel Kyushu im Süden von Japan. Eine lange Fahrt mit dem Shinkansen steht uns bevor. Da kommt das japanische  Frühstück in unserem Minshuku gerade recht. Ähnlich wie am Abend zuvor ist auch dieses Essen wieder einmal köstlich :-).

Frühstück

Der Regen, der die ganze Nacht auf das Dach unseres Zimmers getrommelt hat, ist nun endlich vorbei. Da wir gestern erst am späten Abend hier eingetroffen sind, nutzten wir die Zeit bis zur Abfahrt um uns die Anlage etwas anzuschauen.

Gokanoshso

Eine interessante Brücke führt über den kleinen Fluss, der direkt am Grundstück vorbei fliesst.

Gokanoshso

Man kann gut erkennen, dass hier der Frühling noch in den Startlöchern steht ;-). Im Sommer und vor allem im Herbst ist die Gegend um Gokanosho mit Sicherheit ein Erlebnis für sich und eine zweite Reise wert :-).Gokanoshso

Nun aber mit den Koffern ins Auto. Unser Guide chauffierte uns durch die kurvigen, engen Bergstraßen sicher bis zum Bahnhof in Kumamoto. Mit der Dampflock sind wir zwei Tage zuvor noch von hier aus nach Hitoyoshi gefahren. Nun nehmen wir aber den coolen Schnellzug am neuen Bahnhofsterminal in Richtung Tokyo. Pünktlich um 11:28 Uhr setzte sich unser Shinkansen Sakura 550 in Bewegung.Shikansen

Mit bis zu 300 km/h düsten wir in diesem Modell an vielen Städten vorbei Richtung Norden. Nun ein paar Schnappschüsse aus dem Fenster. Man bemerkt, dass die Zuglinien teilweise mitten durch die Wohngebiete führen. In Japan gibt es halt nicht viel Platz und schnell ans Ziel will jeder kommen ;-).Shikansen

Shikansen

Immer dieser Wetterwechsel …Shikansen

Shikansen

Der interessante Ausblick auf Städte, Wiesen und Felder wurde aber sehr oft durch eintöniges Schwarz unterbrochen – denn der Weg bis nach Osaka führt durch zahlreiche Tunnel. Und weil der Wechsel zwischen Tunnel und „nicht Tunnel“ manchmal gefühlte 5 mal die Minute statt fand, hatte man ganz schönes Brummen und Drücken in den Ohren.
Shikansen

Verhungern bzw. verdursten tut man im Zug nicht. Regelmäßig kommt ein Servicewagen vorbeigefahren. ShikansenEis Igel hat natürlich versucht die Strecke mit seinem GPS einzufangen. Los ging es mit dem Auto in Gokanosho – soweit so gut. Ab Kumamoto hatte die Sache allerdings einen Haken, denn das GPS kommt ab hier an seine Grenzen.

1. Im Tunnel ist schlecht gps’n und 2. geht das GPS ’nur‘ bis 200 km/h – was fürs joggen oder radeln ausreicht – aber nicht zum Shinkansen fahren :-).

Im Großen und Ganzen wurde die Strecke schon ganz gut aufgezeichnet. Die Daten zu Geschwindigkeit und Entfernung wurden aber nicht korrekt erfasst. Wer trotzdem einen genaueren Blick drauf werfen will, klickt bitte HIER.

Die Fahrt von Kumamoto nach Osaka dauerte ungefähr 3,5 Stunden für rund 700 km! Respekt! Der Shinkansen fährt nicht direkt nach Osaka. Die Schnellzüge halten im neuen Bahnhof etwas außerhalb der Stadt (Shin-Osaka). Von da geht’s mit einem ‚Special Rapid Service‘-Zug in rund 5 Minuten zum Hauptbahnhof von Osaka.

Auto-Zugfahrt

Am Bahnhof angekommen, schlängelten wir uns mit unseren Koffern durch das Gedränge bis zu unserem Hotel Granvia Osaka, das direkt neben dem Bahnhof liegt. Von unserem Hotelzimmer hatten wir eine interessante Aussicht auf den nördlichen Teil der Stadt.

Osaka

Bevor wir mit unserem Spaziergang starten, noch ein paar Keyfacts zu Osaka :-):

  • 2,6 Mio Einwohner
  • 3. größte Stadt Japans (nach Tokyo und Yokohama)
  • Das Ballungsgebiet Kansai ist mit 17,5 Mio Einwohnern eines der größten der Welt
  • Gehört zu den wichtigsten Industriezentren Japans
  • Laut Forbes-Liste von 2009 ist Osaka die zweitteuerste Stadt der Welt (nach Tokyo)

Unseren Spaziergang starteten wir in Richtung Süden. Da wir im wahrsten Sinne keinen Plan hatten, schlenderten wir erst einmal einfach drauf los. Hier ein paar Impressionen um die Gegend um den Hauptbahnhof.

Osaka

Osaka

Osaka

Vom Bahnhof liefen wir die Mido-suji in Richtung Süden bis auf Höhe des Rathauses zum Tosabori-gawa River. Das Rathaus liegt auf der 3 km langen Sandbank Nakanoshima. Auf der kleinen Insel wurde eine sehr schöne Parkanlage eingerichtet und wir spazierten der Insel entlang Richtung Osten. Am Flussufer wurden viele neue interessante Hochhäuser errichtet.

Osaka

Osaka

Dieses Bild erinnert mich irgendwie an den Film „Oben“. Das kleine Haus hält sich standhaft inmitten der großen Häuser.Osaka

Auch hier hat die Kirschblüte gerade begonnen.Osaka

Osaka

Osaka

Osaka

Nun sind wir am östlichen Ende der kleinen Insel angekommen. Hier wechselten wir ans andere Ufer zu den Kirschbäumen.Osaka

Ist das nicht schön :-)? Spazieren gehen unter blühenden Kirschbäumen.Kirschblüten

Und mittendrin ein paar exotische Pflanzen wie diese Palme.Osaka

Kirschblüten

Osaka

Osaka

Hier sieht man im Hintergrund die Burg Osaka-jo. Sie ist eine der berühmtesten Burgen Japans und leider erging es ihr ähnlich wie vielen anderen Burgen in Japan. Gerade mal 32 Jahren nach ihrer Fertigstellung wurde sie schon wieder zerstört. So ging es weiter über die Jahrhunderte: Wiederaufbau, Zerstörung, Wiederaufbau …. In Zahlen: 1583 erbaut, 1615 zerstört, 1620 Wiederaufbau, 1665 niedergebrannt, 1825 Wiederaufbau, 1868 zerstört, 1928 Wiederaufbau, 1945 stark beschädigt. Seit 1997 steht sie standhaft.Osaka

So langsam taten die Tatzen weh und der Bauch knurrte. Mit einem letzten Blick von dieser Brücke verließen wir die schöne Kirschblütenallee und den Fluss und machten uns wieder auf den Weg in Richtung Bahnhof.

Osaka

Während der Suche nach einem netten Restaurant wurde es doch sehr schnell dunkel und irgendwie verließ uns auch der Orientierungssinn. Auf einmal waren wir wieder am Rathaus. Komisch, aber zum Glück konnten wir jetzt der großen Straße zurück zum Bahnhof folgen.OsakaUnd siehe da, wir haben ein sehr schönes modernes Lokal fürs Abendessen gefunden. Die Auswahl auf der Menükarte war eher spanisch geprägt, aber mit japanischem Einfluss. Genau das Richtige nach ein paar Tagen mit rein traditionellem japanischen Essen.

Zu Beginn bestellten wir uns gebratenes Hühnchen und eine Pizza mit Bananen und verschiedenen Käsesorten.

Dinner

Dazu ein leckeres Guinnes und ein Heartland.Bananenpizza

So ganz satt waren wir noch nicht, deshalb gab es noch einen Teller Spaghetti für uns Beide. Und was entdeckten Tdy’s Augen auf der Karte? Japanischen Whisky :-). 
Dinner

Für das Foto stellte uns der nette Barman noch die Flasche an den Tisch. Sehr lecker. Wer auch einmal in Osaka ist, der sollte im Tucusi – Tapas & Charcoal Grill unbedingt vorbei schauen. Der Barman war sogar so nett und spendierte uns eine zweite Runde Bier und ein paar Nüsse, weil wir seiner Meinung nach zu lange auf das Essen warten mussten. Wir fanden die Wartezeit völlig ok, aber gegen eine zweite Runde Bier aufs Haus sagt man ja nichts :-).DinnerMit vollem Bauch, glücklich, angeschwippst und immer noch schweren Tatzen, wollten wir eigentlich zurück ins Hotel. Doch da war die Neugier größer als die Müdigkeit. Der Bahnhof liegt im quirligen Geschäftsviertel Umeda und am Abend sollte man hier unbedingt einmal vorbei schauen. In der Gegend stehen 40 Wolkenkratzer und auf einem Hochhaus steht ein Riesenrad :-).

Riesenrad

Wie krass ist das denn?Riesenrad

Coole Idee. Wenn in der Stadt kein Platz ist stellt man das Riesenrad auf ein Hochhaus :-).

Riesenrad

Eigentlich waren wir ja satt, aber dann liefen wir an dieser interessanten „Imbissbude“ vorbei. Hier gab es Crepé mit Tintenfischfüllung, hehe. Bezahlt wird am Automaten und den ausgedruckten Zettel gibt man dann weiter an den Koch.

Was ich nehme ich denn?

Tintenfischwrap

Und schon bekommt man einen kleinen leckeren Zwischensnack auf die Hand.Tintenfischwrap

Nordöstlich vom Bahnhof gibt es jede Menge Restaurants und die übertreffen sich gegenseitig mit ihren tollen Plastikmenüs in den Schaufenstern am Eingang des Restaurants.Plastikessen

Plastikessen

Plastikessen

 

Spät in der Nacht (22 Uhr) kamen wir dann wieder am Nordeingang des Bahnhofs an. Das Gebäude ist sehr schön und offen gebaut.
Osaka Bahnhof

Auf dem Vorplatz wurde ein Wassertreppe angelegt.Osaka Bahnhof

Osaka Bahnhof

Über einige Rolltreppen kann man bis auf das Dach vom Bahnhof fahren – hier sieht man auch wieder das rote große Riesenrad.
Riesenrad

Vom Dach des Bahnhofs hat man wieder eine schöne Aussicht :-). Nun aber ab in die Federn, denn morgen geht die Reise weiter mit dem Zug.Osaka Bahnhof

In der Zeit von 16 bis 22 Uhr haben wir rund 15 km zu Fuß zurück gelegt. Wer auch einmal plant nach Japan zu reisen, sollte für diese interessante Stadt auf jeden Fall 1-2 Tage einplanen. Unser kleiner Spaziergang kann HIER näher verfolgt werden.

Osaka

29.03.14 – Das mystische Gokanosho

Unsere erste Nacht in einer japanischen Unterkunft war vorüber und sehr erholsam :-). Nach dem tollen Abendessen gestern, ging es heute mit dem Frühstück ähnlich beeindruckend weiter. Neben den Köstlichkeiten die bereits am Tisch auf uns warteten, gab es auch eine große Auswahl am „Buffet“.

Frühstück

Im Innenhof des Ryokan plätschert frisches Wasser vor sich hin.

Ryokan

Am Vormittag wurden wir von unserem Guide Schingo am Ryokan abgeholt. Heute geht die Fahrt in das zentrale Hochland von Kyushu. Ein Ausflug in diese wunderschöne Gegend, die vom Tourismus „zum Glück“ noch nicht überrannt wird, ist immer noch ein Geheimtipp.

Den Namen Gokanosho findet man auf keiner Landkarte, er bezeichnet eher das Gebiet bzw. den Rückzugsort, in dem sich vor langer Zeit ein Samurai Clan niederließ und versteckte. Wörtlich übersetzt bedeutet er „Ort der 5 Familien“.

Ein kurzer geschichtlicher Hintergrund:

Im 11. und 12. Jahrhundert gehörte der Heike Clan mit zu den mächtigsten Familien in Japan. Sie waren kultiviert, in die kaiserliche Familie eingeheiratet und hatten ein sehr hohes Ansehen. Natürlich war die Rivalität zwischen den Clans um Macht und Anerkennung sehr groß – wie auch die blutigen Schlachten zwischen den Clans.  Eine der brutalsten Rivalitäten wurde zwischen dem Heike und dem Genji Clan ausgetragen. Lange Zeit konnte der Genji Clan nichts gegen den Heike Clan ausrichten, bis irgendwann eine neue kämpferische Generation des Genji Clans heranwuchs.

Im Genpei Krieg von 1180 bis 1185 wurde der Heike Clan besiegt. Der Genji Clan zog durch das Land und töteten jeden der mit dem Heike Clan in Verbindung stand. In der Seeschlacht von Don-no-ura an der Küste von Shimonoseki konnte Kiyotsune Taira, als einer der letzten Überlebenden des Heike Clan, fliehen. Man nahm allerdings an, dass er in der Schlacht ums Leben kam. Zuflucht fand er in den Bergen von Kyushu. Hier wechselte er oft den Wohnsitz und auch seinen Namen von Taira in Ogata. Die Nachfahren von Kiyotsune liessen sich in verschiedenen kleinen Siedlungen von Gokanosho nieder.

Erster Halt war das Haupthaus der Familie Ogata. Das Haus ist über 300 Jahre alt und sehr gut erhalten. Vor Ort begrüßte uns ein ansässiger älterer Herr der das Anwesen pflegt und nebenbei für die Touristen eine Führung durch das Haus unternimmt. Wir erhielten sogar eine Eintrittskarte :-).

Eintrittskarte

IMG_2184Unser Guide Schingo übersetzte uns die Erzählungen des alten Mannes. Jeder Raum hat seine kleine Geschichte zu erzählen. Mal einfache Geschichten über das tägliche Zusammenleben, mal Geschichten über die kriegerischen Auseinandersetzungen mit fremden Eindringlingen.

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Auf das Dach des Hauses sind die Nachfahren noch bis heute stolz. Dank zahlreicher Spenden ist es immer noch gut erhalten und erst vor kurzem vollständig saniert worden.

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Im unteren Bild sieht man mitten im Raum eine Feuerstelle zum Kochen. Das Kochen in den Häusern und der dadurch entstehende Rauch sind sehr wichtig, damit das Holz und das Dach „versiegelt“ und frei von Ungeziefer bleibt. Die dunkle Färbung des Holzes kommt durch den Rauch. Da das Gebäude jetzt unter Denkmalschutz steht, ist es nicht mehr erlaubt die Feuerstelle zu benutzen. Deshalb müssen sich die Leute etwas anderes einfallen lassen :-).

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Hinter einigen Schiebetüren befinden sich Verstecke, in denen die Köpfe enthaupteter Gegner aufbewahrt wurden.

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Im Dach des Hauses gibt es noch einen kleinen Raum den man von außen nicht erahnt. Dieser Raum wurde eingerichtet, falls doch einmal jemand heraus finden sollte, wo sich die Nachfahren des Heike Clans versteckt hielten.
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Heike

Weiter geht die Fahrt durch die Berge und Täler von Gokanosho. Die rosafarbenen Tupfer in den Mischwäldern sind frisch blühende Kirschbäume.

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Nächster Halt ist das Museum des Heike Clans. Gokanoshso

Auf dem Gelände befindet sich neben dem Museum noch eine Art Freilichtmuseum. In einer traditionellen Küche werden z.B. Suppen noch wie damals zubereitet und in den Scheunen kann man sich landwirtschaftliche Geräte und andere Dinge anschauen. IMG_2213

Neben dem Museum befindet sich auch noch eine kleine überdachte Bühne.IMG_2217

Gleich am Eingang des Museums wird man von diesem netten Gesellen begrüßt. Er trägt traditionelle japanische Krieger-Bekleidung.IMG_2222

Auf dieser grünen Scheibe ist das Gebiet von Gokanosho mit den einzelnen kleinen Siedlungen dargestellt.
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Das Museum ist wirklich mit sehr viel Liebe zum Detail eingerichtet. Unser Guide Schingo konnte uns zu jeder Szene eine Geschichte erzählen. Wenn man sich das nur alles merken könnte ;-).

Im Großen und Ganzen wird in diesen wirklich toll gestalteten Schaubildern die Geschichte des Heike Clans von der Blütezeit bis zum Untergang erzählt.
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Museum

Unser Mittagessen gab es in dem kleinen Restaurant auf dem Gelände des Museums. Eine sehr sehr leckere Suppe mit selbst gemachten Nudeln.

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Und zum Füße wärmen gab es diese praktische Feuerstelle im Raum :-).Mittag

Blick vom Gelände des Museums hinunter ins Tal.

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Eine weitere Sehenswürdigkeit in Gokanosho sind die tollen Hängebrücken, die über die zahlreichen Gebirgsflüsse gespannt sind. Wenn man darüber nachdenkt, dass es diese früher nicht gab, war es von außen wirklich nur sehr schwer möglich hier her zu gelangen.

Die Momigi Hängebrücken wurden aus japanischen Zedern- und Kastanienholz gefertigt. Die große Brücke im unteren Bild trägt den Namen Ayatori-bashi, ist 72 Meter lang und hängt 35 Meter über dem Momigi Fluss.IMG_2250

Zum Glück sind wir schwindelfrei. Die kleinere der beiden Brücken hört auf den Namen Shakunage-bashi, ist 59 Meter lang und 17 Meter oberhalb des Flusses aufgespannt.IMG_2262

Noch mal, das schaukelt so schön 😉 ….IMG_2263

Huuiii :-). Die Brücken spielen bis heute eine wichtige Rolle im Leben der Menschen, da sie eine sichere Verbindung zwischen den Siedlungen für Schulkinder, Händler und Einheimische bieten.IMG_2267

Auf dem Weg zur nächsten Sehenswürdigkeit war es immer wieder toll die Wolken zu beobachten wie sie sich im Tal sammelten und dann ganz schnell wieder wegzogen. Eine mystische Stimmung stellte sich ein.

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Der nächste Stopp war der Sendan-Todoro Wasserfall. Er ist der größte Wasserfall in der Gegend von Gokanosho. Der Weg dorthin führt durch eine wunderbar grüne Natur.IMG_2292

Am Wegesrand steht dieser kleine Schrein.Gokanosho

Durch den starken Regen fallen die schönen roten Blüten von den Bäumen. Ein schönes Fotomotiv für mich :-).

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Und hier ist er auch schon – der Sendan-Todora Wasserfall mit einer Höhe von 70 Metern.
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Trotz des Regenwetters ist es einfach herrlich hier. Bei warmen Wetter im Sommer kann man es hier sicher den ganzen Tag aushalten und die Füße ins Wasser hängen.

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Der Mischwald kann sich hier wirklich so nennen :-). Neben Laub- und Nadelbäumen wächst jede Menge Bambus in den Wäldern.

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Sendan Todoro Wasserfall

Und weiter geht die Tour zum letzten Halt –  der Umenoki Todoro Brücke.

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Im Jahr 1989 wurde die 116 Meter lange Brücke errichtet.

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Von hier aus hat man dank der Brücke einen leichten Zugang zum Umenoki Todoro Park.

Hängebrücke

Da es nun schon langsam Abend wurde, machten wir uns auf den Weg zu unserer Unterkunft – dem Minshuku Heike-so Gokanosho. Das ist aber nicht irgendeine Unterkunft, sondern ein über 300 Jahre altes Anwesen der Nachfahren der Heike-Samurai-Dynastie. Es ist direkt an einem Gebirgsfluss gelegen.

Für die Nacht war schon alles vorbereitet. IMG_2395 Das Tolle in dieser Unterkunft war die Heizdecke unter dem Tisch. Da die Temperaturen doch eher im einstelligen Bereich waren, schaltete wir das Teil auch gleich an und steckten die Beine darunter. Herrlich :-).

Tisch mit Heizdecke
Am Tisch stand schon alles für die Zubereitung eines leckeren grünen Tees bereit. Wir zeigen jetzt mal wie das geht:

Deckel auf und Lage checken. Ok, Kanne ist leer. Frischen grünen Tee in das Sieb geben und heißes Wasser drauf gießen.TeaTime-1Nun 1-2 Minuten warten, dann ein wenig die Kanne schwenken und anschließend servieren :-).

MinshukuBei diesem frösteligen Wetter ist das jetzt genau das Richtige!

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Nun war es auch schon für das Abendessen soweit und wir zogen uns den in jeder japanischen Unterkunft bereitliegenden Kimono an. Im Nachhinein betrachtet wurde uns hier das beste Essen auf der Reise serviert. Wie man dem Menü entnehmen kann *haha* – wurden uns zahlreiche Köstlichkeiten serviert.

Menue

Wir kamen uns vor wie im Schlaraffenland :-). Der Fisch am Stock kam, wie man erahnen kann, direkt aus dem Fluss nebenan. Am offenen Feuer wurde die Haut noch mal richtig schön knusprig.

AbendessenDann gab es noch Wild, frittierten Tofu, Tempura, Buchweizennudeln, Rindfleisch, Suppe, Sashimi …. und leckeren Nachtisch. Irgendwas hab ich bestimmt vergessen ;-). Eine kulinarische Abenteuerreise.

AbendessenNach diesem Festmahl nutzen wir die Gelegenheit und besuchten das Onsen, welches direkt am Gebirgsfluss lag und überdacht war. Nach diesem sehr schönen Tag, jedoch bei etwas frösteligem Wetter, tat so ein typisches heißes japanisches Bad sehr gut.

Onsen

 

28.03.14 – Mit der Dampflock in die Berge

Am heutigen Tag stand die erste Zugfahrt unserer Reise auf dem Programm, von Kumamoto in die Berge nach Hitoyoshi. Das  Ganze auch gleich mit einer Dampflock in schönen eingerichteten Waggons.

Nach dem japanisch angehauchten Frühstück im Hotel nahmen wir für den Weg zum Bahnhof ein Taxi. Unsere Fahrkarte hatten wir bereits, die wir also nur noch am Durchgangsschalter vorzeigen mussten. Die reservierten Sitzplätze befanden sich im ersten Waggon, wo wir auch gleich unser ganzes Gepäck verstauten.

Bis zur Abfahrt war noch etwas Zeit zum Besichtigen der schönen Dampflock. Gebaut wurde die Lokomotive SL58654 im Jahr 1922 von Hitachi. 1975 wurde sie als letzte noch fahrende Dampflokomotive in Japan stillgelegt, bis sie 1988 wieder zum Einsatz kam.

Zugfahrt

Die Lock selbst ist schon seit etlichen Jahren auf der Insel Kyushu im Einsatz. Nach dem sie 2005 bei einer Fahrt beschädigt wurde, konnte sie später restauriert werden und fährt nun seit 2009 auf der Strecke zwischen Kumamoto und Hitoyoshi. Die Fahrten sind meist schnell ausgebucht, da der Zug nicht täglich fährt und die Japaner Zugreisen lieben.

Zugfahrt

Pünktlich um 9:44 Uhr begann die Fahrt in Richtung Hitoysohi. Alsbald kam auch der Schaffner und stempelte unsere Karte ab.

Hitoyoshi-Fahrkarte

Zusätzlich bekamen wir diese kleine Ansichtskarte mit einem Stempel hinten drauf –  und viel Platz für weitere Stempel :-).

Dampflock-Stempelkarte

Nun war es Zeit sich den Zug näher anzuschauen. Jeder einzelne Waggon war unterschiedlich eingerichtet.

Hitoyoshi

Das Maskottchen von Kumamoto ist auch mit an Board. Leider gab es ihn nicht im passenden Taschenformat, sonst hätten wir einen mitgebracht :-).

Kumamoto Maskottchen

Währenddessen verteilte der Schaffner im Zug diese Handzettel, auf denen genau ersichtlich ist, welche Station als nächstes kommt und was es unterwegs so zu sehen gibt.

Dampflock-Strecke

Der Waggon direkt hinter der Dampflock, in dem auch wir unsere Plätze hatten, verfügt im vorderen Teil über große Panoramafenster. Zusätzlich stand da auch noch dieses Schild, vor dem wir uns als Beweis auch gleich mal fotografieren liesen.

Zugfahrt

Dies ist der Blick aus dem hinteren Fenster im letzten Wagon. Die Lock macht ganz schön viel schwarzen Dampf *hust hust* …. .

Hitoyoshi

An welcher der ersten zwei Stationen wir hier gehalten haben, kann ich auch nicht mehr sagen, aber man hatte die Gelegenheit kurz aus dem Zug zu steigen und ein paar Fotos zu schießen. Hier der erste Waggon mit den Panoramafenstern …

Zugfahrt

… ein Blick in die Lock und den Vorrat an Kohle …

Zugfahrt

… und hier in das rot leuchtende Ofenloch :-).

Zugfahrt

Weiter geht die Fahrt. Nach kurzer Zeit trifft die Hasatsu Line auf der wir fahren auf den Kuma River. Lange Zeit führt die Fahrt an diesem schönen Fluss entlang.

Zugfahrt

Kurz hinter der Station Kamase, an der wir aber nicht hielten, überquert der Zug eine große rote Brücke, die angeblich in New York gefertigt wurde.

Zugfahrt

Kurze Zeit später stoppte der Zug für einen kurzen Aufenthalt an der Shiroishi Station.

Zugfahrt

Zugfahrt
Für das leibliche Wohl wurde an Board auch gesorgt. Da uns ein interessant klingendes Eis angeboten wurde, mussten wir natürlich zugreifen. Der Geschmack war sehr interessant, etwas ungewöhnlich, aber lecker :-).

Zugfahrt

Hier halten wir an der Isshouchi Station. In den 10 Minuten die wir Zeit hatten, schauten wir uns in Ruhe den Bahnhof etwas genauer an.

Zugfahrt

Im Hintergrund der Kuma River, der sich durch die hügelige Landschaft schlängelt.

Zugfahrt

Entlang der Bahnlinie und auch in den Wäldern auf den Bergen blühten bereits die Kirschbäume :-).

Zugfahrt

An dieser Station nutzen wir die Gelegenheit und machten es den Japanern nach: Stempeln.

Stempeln

Am Bahnhof standen alle Utensilien zur Verfügung, so dass wir auf einem DIN A4 Blatt alle bereit liegenden Stempel verewigten.

Dampflock-Stempel

Kurz nach 12 Uhr erreichten wir auch schon die Endstation und unser Tagesziel Hitoyoshi. In der Touristeninformation am Bahnhof deckten wir uns mit einem Stadtplan ein und fragten nach dem Weg zum Ryokan. Dort gelangten wir mit unseren Koffern bequem zu Fuß hin. Wir wurden freundlich begrüßt und gleich zu unserem Zimmer geführt.

 

IMG_2160

Dies ist das erste Mal das Tdy und Eisigel in einem traditionellen japanischen Ryokan übernachten.  Schaut sehr interessant aus, mal schauen wo wir später schlafen :-).

Ryokan

Da wir bereits gegen Mittag in Hitoyoshi ankamen, hatten wir noch genügend Zeit um uns das Städtchen genauer anzusehen. Gleich um die Ecke von unserem Ryokan liegt der Aoi Aso Shrine, der bereits 806 gegründet wurde. Eine rote, bogenförmige Brücke führt über einen kleinen Lotus-Teich.

Hitoyoshi

Mit seiner über 1200 jährigen Geschichte , ist er der größte Schrein in der Hitoyoshi-Kuma Region in dem einheimische Gottheiten bewahrt werden.

Hitoyoshi

Am Schönsten war der Korridor durch die vielen roten Tore unter den grünen Bäumen :-).

Hitoyoshi

Bewacht wurde das Gelände durch diese grimmig schauenden aber ganz harmlosen Wesen :-).

Hitoyoshi

Die Kirschblüten sind natürlich auch hier überall zu gegen :-). Einfach herrlich …

Hitoyoshi

Weiter geht’s es über den Kumagawa Fluss.

Hitoyoshi

 

Die quadratisch-praktischen Autos sind einfach nur knuffig :-). Einfach nur cool. Die Autobauer müssen sich hier halt an das beschränkte Platzangebot anpassen.

Hitoyoshi

Nächster Halt ist der Eikokuji Temple, der auch als „Geister Temple“ bezeichnet wird weil hier Papierollen aufbewahrt werden auf denen Geister dargestellt sind.

Hitoyoshi

Auf dem Gelände steht diese schöne Statue …

Hitoyoshi

… und den Tempel kann man sich auch von Innen anschauen, natürlich die Schuhe ausziehen bevor man die Bambusmatten betritt :-).

Hitoyoshi

Der japanischen Stil mit den Schiebetüren und den Bambusmatten ist echt toll :-). Cool so etwas mal in echt zu sehen.

Hitoyoshi

Vom Tempel aus geht es weiter zu den Ruinen des Hitoyoshi Castle.

Hitoyoshi

Über eine schöne steinerne Brücke gelangt man auf das Gelände. Hier wimmelt es nur so vor blühenden Kirschbäumen.

Hitoyoshi

Also machen wir es wieder den Japanern nach und setzen uns mit Kaffee und Kuchen ausgestattet unter einen Kirschbaum.  Den Kaffe gab es direkt am Platz in einer heißen Dose aus dem Automaten.

Hitoyoshi
Einfach traumhaft :-).

Hitoyoshi

 

Die steinernen Mauern umschließen die Burgstadt von Hitoyoshi. Vor uns wieder der Kumagawa River mit einem schönen Blick auf die Stadt und die Bergwelt rundherum.

Hitoyoshi

Will man auf das Gelände wo früher einmal die Burg stand, muss man erst einmal ein paar Treppen hinauf …
Hitoyoshi

… bevor man auf diese tolle Terrasse mit den vielen großen Bäumen erreicht.

Hitoyoshi

Von der Burg ist hier nicht mehr viel zu sehen, allerdings ist die gesamte Anlage hübsch hergerichtet und die Terrassen wurden mit schönen Steinmauern eingegrenzt.

Hitoyoshi

Da versteckt sich ein Kirschbaum im Wald ;-).
Hitoyoshi
Zurück von der Burg spazierten wir noch etwas durch die Innenstadt von Hitoyoshi, bevor es auch schon wieder zurück zum Ryokan ging. Denn das Abendbrot erwartete uns gegen 18:30 Uhr.

Hitoyoshi

Leute, so etwas bekommt man sicher nicht in Deutschland angeboten. Das erste Mal richtig traditionell japanisch essen. Über mehrere Gänge hinweg wurden uns die unterschiedlichsten Spezialitäten und Leckereien serviert. Dazu immer leckeren grünen Tee und Reis so viel man mag :-). Aber seht selbst …

Hauptgang

Gabel und Messer kann man hier lange suchen. Aber wir waren ja schon im „mit Stäbchen essen“ geübt, also alles kein Problem.
EssenDer Nachtisch war der Hit. Zum Glück saß schräg gegenüber ein japanische Pärchen von dem wir uns immer abschauen konnten, wie man denn jetzt was in welcher Kombination isst und zubereitet.

Man nehme dieses weiße quadratische Teilchen und legt es auf den kleinen Tischgrill. Wenden wenn es unten braun geworden ist anfängt sich aufzublähen. Nach einer Weile auf dem Grill legt man es in die schwarze, süße rote Bohnen-Soße und isst das zusammen. Sehr lecker!

Dessert

Aha, so schaut also unser Zimmer mit gemachten Betten aus. Während des Essens wurde das Zimmer für die Nacht vorbereitet.

Ryokan

Uns war aber noch gar nicht nach schlafen, deswegen unternahmen wir noch einen kleinen Abendspaziergang zu einem kleinen Supermarkt und kauften uns leckeres japanisches Bier. Den Baumkuchen hatten wir ja gestern in Kumamoto gekauft und der musste endlich probiert werden.

Baumkuchen

Passend dazu natürlich noch grünen Tee, der in keiner japanischen Unterkunft fehlt. Die nötigen Utensilien, grüner Tee und heißes Wasser stehen immer bereit.

Tee

So machten wir uns es vor dem Fernseher auf den dünnen Matratzen gemütlich und schauten Baseball. Eines der wenigen Sachen die man auch als ausländischer Tourist ohne Probleme versteht und anschauen kann :-).