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27.03.14 – Welcome To Japan :-) und Hanami in Kumamoto

Gegen 5 Uhr am morgen bimmelte der Wecker *gähn*. Also ab in die Klamotten und auschecken. Kurz vor 6:30 Uhr wurden wir wieder von einem Taxi-Dienst abgeholt und zum Flughafen gebracht. Da wir im Hotel kein Frühstück hatten, gab es in der Fressmeile am Flughafen einen exotischen Hotdog und einen Grüntee-Latte :-). Pünktlich um 9:30 Uhr starteten wir in Richtung Kumamoto im Süden von Japan. Wo genau das liegt, habe ich versucht unten in der Karte mit einem grünen Pfeil anzudeuten.

Map

Am Flughafen wurden wir von unserem Guide Schingo abgeholt, der uns heute und übermorgen den ganzen Tag begleiten sollte. Eine wichtige Sache die wir aber erst erledigen wollten, war Geld zu wechseln. Da der Tourismus hier im Süden (leider) noch nicht so ausgeprägt ist wie auf den größeren Inseln im Norden, sind Wechselstuben rar gesät. Am besten vorher einen Automaten ausfindig machen wo man Geld mit einer ausländischen Karte abheben kann. Auf der Bank hat es leider über eine Stunde mit Formularen etc. gedauert, bis wir dank der Hilfe unseres Guides endlich unsere Euros tauschen konnten.

Das trübte aber die Freude nicht, denn die Sonne schien und die Kirschbäume blühten. Was will man mehr? Eine leckere Ramen zum Mittag? 🙂 Die gab es gleich im Anschluss in der Innenstadt. So kann der Urlaub beginnen :-).

Kumamoto Essen

Kumamoto liegt auf der südlichen Insel Kyushu in der Shimabara-Bucht und ist mit knapp 700 000 Einwohnern die drittgrößte Stadt von Kyushu.

Von der Innenstadt liefen wir über die Miyuki Bridge und dann die von Kirschbäumen gesäumte Straße zur berühmten Burg Kumamoto-jo hinauf.  Sie zählt zu den drei größten Burgen Japans. Im Original sind nur noch die Außenmauern mit elf Türmen und ein paar Tore erhalten. Während der Satsuma-Rebellion brannte der Großteil der Anlage 1877 leider nieder. Inzwischen ist aber das Meiste wieder wundervoll restauriert worden.

Kumamoto

Von weitem sieht man schon die beeindruckenden Steinmauern.  Die Technik mit der die Mauern erbaut wurden heißt „Mushagaeshi“ – den Angreifern wird es aufgrund der Außenneigung unmöglich gemacht die Mauern zu erklimmen.

Kumamoto

Die ersten Erwähnungen zu einer Burg reichen bis in die Mitte des 15. Jh. zurück. Die Burg in ihrer heutigen Gestallt wurde aber erst von General Kato Kiyomasa in der Zeit von 1601-1607 erbaut. Er war ein erfahrener Architekt was Burgen und Wehranlagen anging. 1632 übernahm der Hosokawa-Clan die Burg. Hier blicken wir hinauf zu einem der Außentürme, dem Hitsuji-Saru.

Kumamoto

Kumamoto

Kumamoto

Am Nishi-Ote Turret Gate bleiben wir kurz unter den vielen schönen Kirschbäumen stehen und bewundern die große lange Steinmauer :-). Die Kirschblüte heißt in Japan „sakura“. Die Kirschbäume an sich tragen keine Früchte, dafür aber besonders viele Blüten. Die Blüten gibt es in den verschiedensten Farben und Formen.

Kumamoto

Am Hohoate Gate kauft Schingo unsere Eintrittskarten und schon erblicken wir die Dachkonstruktion des Hauptturms.

Kumamoto

Wow – das nennen wir mal eine Burg :-). Der Hauptturm hat 6 Stockwerke und ist oberhalb der Steinmauer 30 m hoch.

Kumamoto

Doch zu erst besichtigen wir den Udo Turm mit seinen 4 Stockwerken, der 19 Meter hoch ist.

Kumamoto

Nach dem alle ihre Schuhe ausgezogen hatten, durften wir hinein und bis ganz hinauf ins obere Stockwerk klettern. In den einzelnen Räumen sind verschiedene Sachen ausgestellt.

Uto Turret

Von hier oben hat man eine tolle Aussicht auf die Landschaft um Kumamoto.

Kumamoto

Kumamoto

Die Burg gegenüber wirkt schon sehr imposant.

Kumamoto

Kumamoto

Ganz schön viel los hier :-). Kumamoto

In den Hauptturm kommt man ohne Schuhe ausziehen und es gibt viele Ausstellungen zur Geschichte der Burg zu sehen. Unten rechts im Bild ist der kleinere Udo Turm zu sehen, auf dem wir vorher waren.Ausblick

Neben dem Hauptturm kann man den frisch restaurierten Honmaru Goten Palast besichtigen. Hier gibt es interessante Zimmer zu bestaunen: Teezimmer, eine große Küche, verschiedene Gästezimmer und wie hier auf dem Bild ein Raum namens Wakamatsunoma. Auf den Wänden und Schiebetüren sind Landschaften mit Kiefern zu sehen.

Kumamoto

Sehr beeindruckend ist auch die Shokun Halle.
Kumamoto

Weiter geht es mit einem kleinen Spaziergang über das Gelände, vorbei an schönen Kirschbäumen und anderen Frühlingsblühern.

Kumamoto Castle

Kumamoto

Kumamoto

Kumamoto

Auf den Wiesen unter den Kirschbäumen saßen schon einige Leute auf Decken mit etwas zu essen und auch zu trinken – sie feierten „Hanami“, die Kirschblüte.

Kumamoto

Über das Hazekata Gate verliesen wir das Burggelände und liefen zum direkt daneben gelegenen Museum Wakuwaku-Za. In diesem modernen Museum wird u.a. anhand von Displays an den Wänden und Touchscreens auf den Fußböden viel über die Geschichte der Burg und ihrer Bewohner berichtet. Die Rüstung dieses Samurai hat es uns besonders angetan. Diese durfte man zwar nicht anprobieren, dafür aber traditionelle japanische Kleidung wie sie heute noch getragen wird.

Kumamoto

Da sich schon langsam der Abend näherte machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof, denn wir mussten noch eine ganz wichtige Sache erledigen: die JR-Voucher gegen echte Japan Railway Pässe eintauschen. Und so sieht das dann aus. Im angegebenen Zeitraum darf man dann mit nahezu allen Zügen auf den JR-Linien fahren. Man geht am Bahnhof einfach durch die bemannte Zugangskontrolle und hält seinen Pass hoch und schon kann es los gehen :-).

JR-Pass-Eisigel

Schingo brachte uns noch zum Hotel und organisierte mit uns noch alle fehlenden Pässe, Vouchers und Fahrkarten die wir für die Reise benötigten. Wir verabschiedeten uns bis übermorgen. Den Abend nutzten wir um noch etwas die Stadt zu erkunden. Unweit vom Hotel entdeckten wir die für Japan typischen überdachten Einkaufspassagen.

KumamotoWir spazierten durch die bunt beleuchteten Straßen …
Kumamoto

… und entdeckten in einem Supermarkt leckeren Glühwein aus Nürnberg – wie cool :-). Beim aktuellen Wechselkurs von 135 Yen für einen Euro macht das 7,26 für die Flasche *hicks*. Da Tdy im Urlaub nur lokale Köstlichkeit kauft oder verspeist oder trinkt oder so … kauften wir lieber einen japanischen Baumkuchen :-). Dazu morgen mehr. Zu erwähnen sei: Irgendwie stehen die Japaner auf Baumkuchen, den gibt’s echt überall zu kaufen, in verschiedensten Geschmacksrichtungen und das gar nicht mal so billig.Kumamoto

Nun aber zum wichtigsten Teil des Abends: essen :-). Dieses verlockende Plastikbuffet veranlasste uns das kleine und nett ausschauendes Lokal zu besuchen.

Kumamoto

Wir wurden nicht enttäuscht :-). Mit Händen und Füßen verständigten wir uns mit dem Koch über unseren Essenswunsch :-). Das japanische Bier (Sapporo) schmeckt super und das Essen sowieso!

Zu essen gabs: Buchweizennudeln, Gemüse-Tempura, Misosuppe, Reis, leckere Salate …

Kumamoto Essen

… frittierte Hähnchenbrust, gedünstete Bohnen und Krautsalat. Alles very yummy :-).Kumamoto Essen

Das war ein langer Tag :-). In unseren riesigen breiten Betten schlummerten wir voller Vorfreude, auf das was noch kommen mag, ein. Morgen stand schon einmal eine Fahrt mit der Dampflock auf dem Programm.

26.03.14 – Besuch der DMZ und Stadtbummel in Seoul

Heute liebe Leute geht es an die Grenze nach Nord-Korea. Hätte mir als Bär ja nie zu träumen gewagt, dass ich hier mal herkomme. Als ich dann da war, war es schon ein seltsames Gefühl …

Gegen halb 9 wurden wir von einem Kleinbus, mit einer rasant fahrenden Omi am Steuer, vor unserem Hotel abgeholt.  Wir fuhren entlang des Hangang Flusses nördlich in Richtung der Grenze. Ziel war der Ort Imjingak, denn von hier aus starten alle DMZ-Touren.

Fahrt-DMZImjingak liegt ungefähr 7 km von der Grenze entfernt und wurde 1972 in der Hoffnung auf Wiedervereinigung gegründet. Es ist das nördlichste Dorf Südkoreas, das man noch ohne Genehmigung betreten darf. Die Demilitarisierte Zone (DMZ) selbst trennt Nord- und Südkorea seit 1953 auf einer Länge von ca. 248km und ist ca. 4km breit. Auf dem Gelände befinden sich viele Monumente die an den Krieg zwischen Nord- und Südkorea erinnern, aber auch Hoffnung auf Wiedervereinigung geben sollen.  Das „Korean War Veterans Memorial“ erinnert an die Invasion von Nordkorea am 25. Juni 1950 und alle gefallenen Krieger.

Südkorea DMZIm Hintergrund sieht man die „Imjingang Railroad Bridge“ – auf dieser fährt ein Personenzug der Gyeongui Linie. Von Seoul aus kann man mit einem Zug bis zur Imjingang Station fahren, die am Rand des Dorfes liegt. Danach steigt man in einen anderen Zug um, der bis zur Dorasan Station in die DMZ fährt, die wir heute auch noch besuchen werden.

Südkorea DMZ

Die kleine Brücke rechts im Bild ist die „Bridge of Freedom“. Über diese Brücke liefen fast 13 000 Gefangene 1953 nach Südkorea in die Freiheit.

DMZDie Friedensglocke steht für die Hoffnung, dass sich beide Länder im 21. Jahrhundert wieder vereinigen. Die Glocke selbst wiegt 21 Tonnen und die Treppe hinauf führen 21 Stufen.

Südkorea DMZ

Reges Treiben und viele Busse auf dem ganzen Gelände. Unsere Tour ging weiter in einem anderen Bus, der für die Fahrt in die DMZ berechtigt war. Nachdem alle ihre Reisepässe vorzeigt hatten, ging es los.

Südkorea DMZ

Erster Halt in der DMZ war die Dorasan Station. Bis ins Jahr 2008 wurden von hier aus Güter mit der  Wirtschaftszone Kaesong ausgetauscht. Aufgrund der politischen Spannungen zwischen beiden Ländern dient die Station im Moment nur noch als touristisches Ausflugsziel.

Dorasan Station

Südkorea DMZ

Würden die beiden Länder wieder vereint, hätte man von hier aus direkte Verbindung an das Trans-Eurasische Eisenbahnnetz.

Südkorea DMZ

Zweiter Halt unserer Tour ist der nördlichste Aussichtspunkt in Südkorea, von dem man aus nach Nordkorea blicken kann. Auf dem Berg Dora wurde das „Dora Observatory“ eingerichtet. Bei guter Sicht kann man mit den Ferngläsern einen Blick auf das Propagandadorf Kijŏng-dong werfen, in dem ein 160 m hoher Fahnenmast aufgestellt wurde – an der Spitze eine riesige Nordkoreanische Flagge. Diesen Fahnenmast sieht man natürlich auch ohne Fernglas ;-).

Südkorea DMZ

Eine dicke Linie besagt bis wohin man noch die eigene Kamera benutzen darf. Hinter der Linie ist fotografieren verboten und für einen Blick in die Ferne darf man nur die zahlreichen Ferngläser benutzen.

Südkorea DMZ

Der nächste Halt auf unserer Tour war der 3. Invasionstunnel. Er ist der größte der 4 Tunnel und wurde 1978 ungefährt 52 km außerhalb von Seoul entdeckt. Über eine lange Röhre, die steil bergab nach unten führt, hat man als Besucher die Möglichkeit ein Stück in den Tunnel hineinzulaufen. Unten angekommen darf man 256 m in den Tunnel hineinlaufen. Hier stehen hintereinander 3 dicke Blockaden und es sind nur noch 170 m bis zur Grenze zu Nordkorea. Fotos durfte man dort leider nicht machen.

Südkorea DMZ

Zusätzlich befindet sich auf dem Gelände ein kleines Kino in dem man anhand eines Kurzfilms die wichtigsten Infos über die DMZ erfährt und natürlich auch über die gefundenen Tunnel.

Dieses Kunstwerk steht für den Wunsch nach Wiedervereinigung. Auf der einen Seite der Halbkugel sind die Umrisse von Nord- und auf der anderen Seite von Südkorea abgebildet.Südkorea DMZGegen Ende der Tour hielten wir noch in einem Supermarkt, in dem man jede Menge lokal produzierte koreanische Waren kaufen konnte. Danach ging es wieder zurück nach Imjingak und wir stiegen in unseren anderen Bus um. In Seoul angekommen, stieg der Rest unserer Gruppe in ein anderes Taxi um und wir wurden zum Mittag noch in ein Restaurant gefahren.

Hier brutzelt Rindfleisch mit Gemüse in einer leckeren Soße. Dazu gibt es Reis, Kimchi und ein paar andere gute Sachen. Man nimmt sich ein Salatblatt und wickelt das frisch gebratete Gemüse und Rind hinein. Sehr lecker :-).

Seoul EssenNach dem Mittagessen baten wir unseren Guide uns in der Nähe des Dongdaemun Marktes abzusetzen. Wie überall in Seoul herrscht auch hier viel Trubel. Seit diesem Jahr prägt das Dongdaemun Design Plaza mit seinem futuristischen Aussehen das Stadtviertel. Das Plaza wurde von einem Star-Architekten entworfen und besteht aus 45 000 Aluminumtafeln. Keine Tafel gleicht der anderen und verleiht dem Gebäude ein glitzerndes Außenkleid. Bei Sonnenschein braucht man hier echt eine Sonnenbrille :-).

Seoul

Das Plaza ist das neue Zentrum für Design und Fashion in Korea. Just zu diesem Zeitpunkt fand hier auch die Seoul Fashion Week statt. Für uns nicht so interessant, denn wir tragen immer das gleiche Fellkleid :-).

Ein Gegensatz zu dem glitzernden Palast bildet die in den Komplex integrierte, restaurierte alte Stadtmauer von Seoul. Dies ist aber nur ein kleiner Abschnitt. Von den ehemals 18,6 km sind noch 12,7 km im Originalzustand erhalten. Die Mauer wurde in zwei Etappen im Jahr 1396 errichtet. Erste Etappe: Januar bis Februar – zweite Etappe: August-September – also in 4 Monaten. Dies war natürlich nur mit 200 000 Zwangsarbeitern aus dem ganzen Land möglich.

Seoul

Für eine besser Aussicht kann man auf das Dach des Plaza steigen. Von hier oben kann man die interessante Architektur des Gebäudes bestaunen und die vielen Leute beim Bummeln in den Straßen beobachten.

Seoul

Seoul

In den vielen Hochhäusern nahe des Plaza befinden sich unzählige Shopping Malls und Märkte. Unter anderem der Dongdaemun Markt, der auch als Seidenstraße von Seoul bezeichnet wird. Der Markt ist mit über 30 000 Läden und 26 Einkaufspassagen der größte Südkoreas. Ideale Einkaufszeit ist die Zeit nach Mitternacht bis 5 Uhr morgens. Da der Markt ursprünglich ein Nachtmarkt war, ist hier nach Mitternacht das Meiste los.

SeoulEin paar Meter nördlich des Shopping-Wahnsinns 😉 liegt das Heunginjimun Gate, das große Osttor. Es ist eines von 8 Toren in Seoul und nationales Kulturgut. Leider ziert es heute nur eine große Straßenkreuzung.

Seoul

Mit der U-Bahn ging es jetzt weiter bis zur Jonggak-Station. Von hier aus spazierten wir an den vielen beeindruckenden neuen Hochhäusern in Richtung Gwanghwamun Square.

SeoulEinfach nur der Wahnsinn … da kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus! Diese Dimensionen haben wir zu Hause nicht.

Seoul

Der Platz führt direkt zum Gyeongbokgung Palast und erstreckt sich auf einer Länge von 550 m und einer Breite von 34 m. Hier kann man zwei der meist respektierten historischen Persönlichkeiten Koreas bestaunen. Läuft man auf den Palast in Richtung Norden zu, kommt man als erstes an der Statue von Admiral Yi-Sun-shin vorbei.

Seoul

Seoul Admiral

Im Hintergrund ist bereits die nächste große Persönlichkeit zu sehen – die Statue des Königs Sejong dem Großen. Er regierte von 1418 bis 1450. Dahinter kann man das Eingangstor zum Hauptpalast erkennen und die Berge die Seoul umgeben.

Seoul

Man könnte glatt meinen vor dem Palast wäre nichts los – Grünphase für Fußgänger sei dank ;-). Hier stehen wir vor dem Gwanghwamun Tor und der riesigen Mauer, die den Palast umgibt. Das Tor wird auch „Tor der Verwandlung im Licht“ genannt und ist der Haupteingang zum Komplex des Gyeongbokgung Palastes …
Seoul - Palasttor

… und wird von zwei großen, böse schauenden Figuren bewacht.

Seoul

Im Abendlicht glänzen die Glasfassaden der neuen Hochhäuser und bilden zusammen mit dem altertümlichen Tor einen sehr schönen Anblick.

Seoul

Bevor man zur Thronhalle gelangt muss man noch zwei weitere sehr schöne Tore durchschreiten. Eines ist das Heungnyemun-Tor und das Dritte ist das Geunjeongmun-Tor, jeweils durch weitläufige Plätze von einander getrennt. Auf dem Bild ist das zweite Tor zu sehen.

Seoul

Und schon steht man innerhalb des ummauerten Platzes vor der „Halle der Regierung in Ehrerbietung“ (Geunjeongjeon) oder auch einfach Thronhalle genannt :-). Die Gestaltung des Platzes ähnelt dem im Changdeokgung Palast, den wir uns gestern angeschaut hatten und liegt ja auch nur einen Steinwurf Richtung Osten entfernt.

SeoulIn der Thronhalle verwalteten die Herrscher das Mandat des Himmels. Den hohen Stellenwert des Gebäudes zeigen das gestaffelte Dach und die doppelte Steinterrasse. Nebenbei erwähnt, ist die Thronhalle das größte hölzerne Bauwerk Koreas. Die Terrassen sind begehbar, nur in das Innere darf man nur hinein schauen. Da kann man die prächtig bemalten Gebälkschnitzereien bestaunen.
Seoul

An jeder Ecke und jedem Pfosten der Terrasse sitzen diese lustig grinsenden Gesellen :-).

Seoul

Seoul

Vom Vorplatz der Thronhalle kann man in alle vier Himmelsrichtungen den Palastkomplex erkunden. Nach einem kurzen Plausch mit den lustigen Bewachern der Thronhalle spazierten wir zum „Pavillon der glücklichen Begegnungen“ westlich des Hauptpalastes. Das Gyeonghoeru ist eine Fest- und Banketthalle die im Palastgarten, dem so genannten Vergnügungsbereich, steht. Im quadratischen Lotusteich schwammen zu dieser Jahreszeit leider nur Enten, aber noch keine Lotusblüten.

Seoul

Die Dachkonstruktion mit den vielen Figuren lassen Tdy und Eisigel immer wieder staunen :-). Einfach schön anzusehen.

Seoul

Zwischendurch eine kurze Pause im Gebüsch 😉 –  im Hintergrund die Pagode des National Folk Museum of Korea. Aufgrund der knappen Zeit konnten wir das Museum leider nicht besuchen, soll aber einen Besuch wert sein, da hier das Alltagsleben der Koreaner in den verschiedenen Epochen sehr anschaulich dargestellt wird.

Seoul

Die letzten Minuten der Öffnungszeit nutzten wir, um ein weiteres Must-See des Komplexes zu bestaunen. Der „Pavillon des weitduftenden Wohlgeruchs“ (Gyeongbokgung) liegt im nördlichen Palastbereich auf einer kleinen Insel.
 Seoul
So langsam beginnt auch hier der Frühling und die ersten Sträucher versenden einen wohligen Duft :-).

Seoul

Kurz vor 18 Uhr ertönten die Lautsprecherdurchsagen, dass die Anlage geschlossen wird. Bei unserem spontanen Besuch am späten Nachmittag konnten wir natürlich nur einen Bruchteil der vielen Gebäude-Gruppen dieses weitläufigen Areals besichtigen. In den  620 Jahren seit der ersten Idee zu diesem Palast (1394) ist hier einiges passiert und gebaut worden. Geprägt hat den Palast König Sejong (die goldene sitzende Statue) in seiner 32-jährigen Regierungszeit. In diesem Zeitraum wuchs die Anlage auf rund 500 Gebäude. Um 1592 – zur Zeit der japanischen Invasion – wurde der Palast nieder gebrannt. Erst weiter 270 Jahre später wurde mit dem Wiederaufbau von 330 Gebäuden begonnen. Die Zeit verging, die Herrscher wechselten, bis 1910 die japanische Regierung zahlreiche Hallen abreisen lies um Platz für die Gebäude der Kolonialregierung zu schaffen. 80 Jahre später fand man das für eine dumme Idee, riss die Regierungsgebäude wieder ab und rekonstruierte die Palastanlage wie sie heute besucht werden kann.

Also liefen wir zum Ausgang und zur nächsten U-Bahnhaltestelle um noch einmal zum Seoul Tower zu fahren –  denn wir wollten noch ein mal bei Nacht die Aussicht auf die Stadt genießen. Von der Myeongdong Station liefen wir zur Talstation der Seilbahn. Unterwegs holten wir uns noch zwei leckere große „Kartoffelkroketten“ – eine mit Käse und eine mit roter Bohnenpaste gefüllt. Sehr lecker. Dank dieses Energieschubes schafften wir es gerade noch auf den Berg hinauf ;-). Heute Abend leuchtete der Tower in strahlendem lila.

Seoul

Dank des schönem Wetters am Nachmittag war die Sicht recht gut. Hier der Blick Richtung Norden. Dieser Stadtteil war früher Stadtkern des alten Seouls und von der Stadtmauer umgeben.

SeoulHier schaut man Richtung Westen.

SeoulZur Belohnung für den steilen Aufstieg gab es ein paar leckere Süßigkeiten :-).

Seoul

Abends ist hier am Seoul Tower richtig viel los. Selbst eine Stunde vor Ladenschluß 😉 herrschte noch regens Treiben an der Talstation der Seilbahn. Erschöpft von so einem langen Tag fuhren wir mit der U-Bahn wieder zurück zum Hotel.

Seoul

Ein Grund warum so viele Koreaner in der U-Bahn auf ihr Handy starren, ist der tolle WLAN-Empfang. In jedem Wagen hängt so ein netter kleiner WiFi-Router.

SeoulJetzt heisst es wieder Koffer packen, den morgen in der Früh geht es weiter nach Japan :-). Gute Nacht!

25.03.14 – Seoul: Tradition trifft Moderne

Nach einer erstaunlich entspannten Nacht auf dieser harten Matratze und von Jetlag keine Spur, starteten wir in den 2. Tag Seoul – heute mit Guide. Auf dem Plan unserer ganztägigen privaten Stadtbesichtigung stehen der Changdeokgung Palast, das Viertel Bukchon, der Namdaemun Markt und der Seoul Tower.

Pünktlich um 9 Uhr wurden wir von unserem englischsprachigen Guide – Angela – am Hotel abgeholt. Mit dem Taxi ging des durch den morgendlichen Berufsverkehr zum Changdeokgung Palast. Der Changdeokgung Palast wurde zwischen 1405 und 1412  als zweiter Palast neben dem Gyeongbokgung (Palast des glänzenden Glücks) errichtet und ist die am besten im Originalzustand erhaltene königliche Palastanlage Seouls. Der Komplex diente seinerzeit als königlicher Wohnpalast.

Die Anlage des Palastes der blühenden Tugend (Changdeokgung) betritt man durch das Tor der machtvollen Verwandlung (Donghwamun), welches 1412 erbaut und somit das älteste originalerhaltene Palasttor der Stadt ist.

Seoul

Nach der Überquerung der Brücke des Verbotenen Bachs (Geumcheongyo) und Durchschreitung des Zeremonialhofes gelangt man zu diesem netten Prachtbau – die Halle der wohlwollenden Regierung (Injeongjeon).

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Die Halle diente als Thronhalle. Die unzähligen Pflaumenblütenmuster an den Dachfirsten der Gebäude symbolisierten den kaiserlichen Status des Reiches. Die farbenfroh gestalteten Fassaden werden regelmäßig erneuert und erscheinen so jährlich im neuen Glanz. Nach Aussage von Angela mögen die Koreaner den verwitterten Look nicht, deshalb muss dauernd neu angepinselt werden ;-).
Seoul

Hier ein Blick auf den Versammlungsplatz der Halle, auf dem sich zu diversen königlichen Feierlichkeiten die privilegierten Teilnehmer abhängig von ihrem Stand, entlang der im Bild zu sehenden Steine aufgereiht haben.

Seoul

Das elektrische Licht und die Vorhänge wurde bereits zu Beginn des 20. Jh. in der Thronhalle installiert.

Seoul

Seoul

Nach einem kurzen Blick in die Halle der Verbreitung der Regierung (Seonjeongjeon), die der König für seine Alltagsgeschäfte nutzte, geht es zu den Privatgemächern des Königs, die  Huijeong-Halle (Huijeongdang). Dahinter schließen sich die Gemächer für die Herrscher-Gatin an (Daejojeon), die bis 1966 von der letzten koreanischen Kaiserin bewohnt wurden.

Seoul

Wie man im Bild gut erkennen kann, stehen die Häuser auf Steinstelzen. Die kleine Tür im Gemäuer ist kein Zugang für Zwerge sondern die Öffnung für einen Ofen, denn die Häuser wurde von unten her beheizt, so das man schöne warme Füße hatte und auch gemütlich auf dem Boden schlafen konnte :-).

Seoul

Die gepflasterte Zufahrt mit Überdachung ist doch mal stylisch, oder? Dies war auch notwendig, da noch bis 1989 Mitglieder der königlichen Familie im Changdeokgung Palast lebten und die beim Aussteigen sicherlich nicht nass werden wollten ;-).

Seoul

Ansonsten hat der Palast der blühenden Tugend schon einiges mitgemacht. 1592 wurde der Komplex während der Hideyoshi-Invasion von den Japanern in Brand gesetzt. 1610 wurde der Palast erstmals wieder errichtet und diente bis 1872 als königliche Residenz und Sitz der Regierung. 1872 wurde der Regierungssitz in den Gyeongbokgung Palast verlegt und der Palastkomplex blieb bis 1907 ungenutzt.

Im Jahr 1907 zog der letzte König Koreas – König Sunjeong hier ein und lebte dort bis zu seinem Tod 1926. Seine Witwe Kaiserin Yun behielt den Palast bis 1966 als Wohnsitz. Bis 1989 lebten hier die letzten direkten Nachfahren der Yi-Familie.
Seoul

Zwischen dem Changdeokgung und dem Gyeongbokgung Palast liegt das sogenannte Nord-Dorf – das Bukchon-Viertel. Die Wohnviertel der Stadt waren während der Joseon-Dynastie streng hierarchisch angeordnet und so wohnte im Bukchon-Viertel die Gahoe-Oberklasse – deshalb ist der eigentliche Name des Viertels Gahoedong.

Seoul

In den engen Gassen des Viertels sind noch rund 900 der traditionellen koreanischen Wohnhäuser erhalten – die Hanok. Die Hanok stehen unter Denkmalschutz und werden von ihren Bewohnern gut erhalten. In vielen wurden kleine Geschäfte eröffnet die Handwerkskunst anbieten. Seoul

Im Vordergrund die alten Häuser und im Hintergrund die moderne Stadt mit den vielen Hochhäusern.Seoul

Von den Aussichtspunkten des Nord-Dorfes hat man einen schönen Blick auf die Berge die Seoul umgeben …Seoul

… wie auch auf die angrenzenden Paläste.Seoul

So langsam wurde es jetzt Zeit fürs Mittagessen und Angela hatte einen super Tipp 🙂 – das „2046 Pan Steak“ im Bukchon Viertel.

In einer sehr heißen eisernen Gußpfanne brutzelt frisches Gemüse und ein frisches Steak, welches erst am Tisch in die Pfanne gelegt wird und dann am Tisch fertig brutzelt :-). Dazu gabs einen leckeren Salat und Bier. Wer auch einmal vorbei schauen möchte:  2046 Pan-Steak (Seoul, Jongno-gu Gyedong 78-2 bonji).

Mittagessen

Nach dem Mittag gab es dann noch einen leckeren Kaffee in einem netten Lokal um die Ecke, bevor die Tour mit dem Taxi weiterging. Wir fuhren zum Namdaemun Markt (Namdaemun Sijang). Dieser riesige und weit verzweigte Markt existierte bereits in der Joeseon-Dynastie und war einer der wichtigsten Märkte der Stadt. Mit seinen rund 10 000 Geschäften und Marktständen ist er der zweitgrößte Südkoreas und zählt heute immer noch zu den bedeutendsten Märkten der Stadt und ist ein wahrer Touristenmagnet.

Seoul

Seoul

Ähnlich einem Einkaufszentrum, ist der Markt in verschiedene Bereiche gegliedert. Von Kleidung über Haushaltswaren und Nahrungsmitteln, findet man hier einfach alles. Am interessantesten ist natürlich der Bereich mit den Lebensmitteln :-). Das rote Zeug ist bestimmt scharf, aber ich trau mich nicht das zu kosten ;-).

Seoul

Seoul

Neben dem Markt befindet sich das große Südtor Sungnyemun – frisch renoviert – erbaut aber schon 1398.

Seoul

Gleich neben dem traditionellen alten Markt schließen sich die modernen Einkaufszentren an. Unterwegs ist uns dieser tolle Eisverkäufer aufgefallen. Die lustig verschnörkelten Waffeln werden frisch mit Eis gefüllt – da kann man gleichzeitig von beiden Seiten dran essen :-).

Seoul Eistüten

Nun geht’s zum letzten Punkt auf unserer Besichtigungsliste – dem Seoul Tower. Zur Abwechslung stiegen wir jetzt mal in den Bus. Das Ticket kann man gewöhnlich in bar bezahlen oder einfach seine Kreditkarte an das „Piep-Gerät“ halten :-). Wie praktisch.

Seoul

Schade das es heute so diesig ist. Trotzdem geht’s hoch hinaus auf das Observation-Deck in einer Höhe von 133 m. Von hier hat man einen Panoramablick über die Stadt. Auf dem Foto lässt sich leider nur ansatzweise erahnen wie riesig diese Stadt ist.Seoul

Eröffnet wurde der Tower 1980 auf dem Gipfel des Bergs Namsan, der an sich schon 243 m hoch ist. Um den Tower herum erstreckt sich der Namsan Park, der größte Park Seouls. Seoul

Runterwärts ging es mit der Seilbahn. Die Talstation liegt ganz in der Nähe des Namdaemun Marktes im Myeongdong-Viertel. Inzwischen wurde es auch schon dunkel und Angela verabschiedete sich von uns an dieser Stelle. Schön wars :-).

Umgeben von so vielen Shopping-Centern konnten wir nicht anders und mussten uns auch ein paar anschauen. 🙂SeoulNach einem ganzen Tag auf den Tatzen war jetzt ein warmes Abendbrot ganz recht. Ganz Stilecht: Leckere Nudelsuppe und überbackene Reispfanne. Yummy.

Essen