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25.03.14 – Seoul: Tradition trifft Moderne

Nach einer erstaunlich entspannten Nacht auf dieser harten Matratze und von Jetlag keine Spur, starteten wir in den 2. Tag Seoul – heute mit Guide. Auf dem Plan unserer ganztägigen privaten Stadtbesichtigung stehen der Changdeokgung Palast, das Viertel Bukchon, der Namdaemun Markt und der Seoul Tower.

Pünktlich um 9 Uhr wurden wir von unserem englischsprachigen Guide – Angela – am Hotel abgeholt. Mit dem Taxi ging des durch den morgendlichen Berufsverkehr zum Changdeokgung Palast. Der Changdeokgung Palast wurde zwischen 1405 und 1412  als zweiter Palast neben dem Gyeongbokgung (Palast des glänzenden Glücks) errichtet und ist die am besten im Originalzustand erhaltene königliche Palastanlage Seouls. Der Komplex diente seinerzeit als königlicher Wohnpalast.

Die Anlage des Palastes der blühenden Tugend (Changdeokgung) betritt man durch das Tor der machtvollen Verwandlung (Donghwamun), welches 1412 erbaut und somit das älteste originalerhaltene Palasttor der Stadt ist.

Seoul

Nach der Überquerung der Brücke des Verbotenen Bachs (Geumcheongyo) und Durchschreitung des Zeremonialhofes gelangt man zu diesem netten Prachtbau – die Halle der wohlwollenden Regierung (Injeongjeon).

Seoul

Die Halle diente als Thronhalle. Die unzähligen Pflaumenblütenmuster an den Dachfirsten der Gebäude symbolisierten den kaiserlichen Status des Reiches. Die farbenfroh gestalteten Fassaden werden regelmäßig erneuert und erscheinen so jährlich im neuen Glanz. Nach Aussage von Angela mögen die Koreaner den verwitterten Look nicht, deshalb muss dauernd neu angepinselt werden ;-).
Seoul

Hier ein Blick auf den Versammlungsplatz der Halle, auf dem sich zu diversen königlichen Feierlichkeiten die privilegierten Teilnehmer abhängig von ihrem Stand, entlang der im Bild zu sehenden Steine aufgereiht haben.

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Das elektrische Licht und die Vorhänge wurde bereits zu Beginn des 20. Jh. in der Thronhalle installiert.

Seoul

Seoul

Nach einem kurzen Blick in die Halle der Verbreitung der Regierung (Seonjeongjeon), die der König für seine Alltagsgeschäfte nutzte, geht es zu den Privatgemächern des Königs, die  Huijeong-Halle (Huijeongdang). Dahinter schließen sich die Gemächer für die Herrscher-Gatin an (Daejojeon), die bis 1966 von der letzten koreanischen Kaiserin bewohnt wurden.

Seoul

Wie man im Bild gut erkennen kann, stehen die Häuser auf Steinstelzen. Die kleine Tür im Gemäuer ist kein Zugang für Zwerge sondern die Öffnung für einen Ofen, denn die Häuser wurde von unten her beheizt, so das man schöne warme Füße hatte und auch gemütlich auf dem Boden schlafen konnte :-).

Seoul

Die gepflasterte Zufahrt mit Überdachung ist doch mal stylisch, oder? Dies war auch notwendig, da noch bis 1989 Mitglieder der königlichen Familie im Changdeokgung Palast lebten und die beim Aussteigen sicherlich nicht nass werden wollten ;-).

Seoul

Ansonsten hat der Palast der blühenden Tugend schon einiges mitgemacht. 1592 wurde der Komplex während der Hideyoshi-Invasion von den Japanern in Brand gesetzt. 1610 wurde der Palast erstmals wieder errichtet und diente bis 1872 als königliche Residenz und Sitz der Regierung. 1872 wurde der Regierungssitz in den Gyeongbokgung Palast verlegt und der Palastkomplex blieb bis 1907 ungenutzt.

Im Jahr 1907 zog der letzte König Koreas – König Sunjeong hier ein und lebte dort bis zu seinem Tod 1926. Seine Witwe Kaiserin Yun behielt den Palast bis 1966 als Wohnsitz. Bis 1989 lebten hier die letzten direkten Nachfahren der Yi-Familie.
Seoul

Zwischen dem Changdeokgung und dem Gyeongbokgung Palast liegt das sogenannte Nord-Dorf – das Bukchon-Viertel. Die Wohnviertel der Stadt waren während der Joseon-Dynastie streng hierarchisch angeordnet und so wohnte im Bukchon-Viertel die Gahoe-Oberklasse – deshalb ist der eigentliche Name des Viertels Gahoedong.

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In den engen Gassen des Viertels sind noch rund 900 der traditionellen koreanischen Wohnhäuser erhalten – die Hanok. Die Hanok stehen unter Denkmalschutz und werden von ihren Bewohnern gut erhalten. In vielen wurden kleine Geschäfte eröffnet die Handwerkskunst anbieten. Seoul

Im Vordergrund die alten Häuser und im Hintergrund die moderne Stadt mit den vielen Hochhäusern.Seoul

Von den Aussichtspunkten des Nord-Dorfes hat man einen schönen Blick auf die Berge die Seoul umgeben …Seoul

… wie auch auf die angrenzenden Paläste.Seoul

So langsam wurde es jetzt Zeit fürs Mittagessen und Angela hatte einen super Tipp 🙂 – das „2046 Pan Steak“ im Bukchon Viertel.

In einer sehr heißen eisernen Gußpfanne brutzelt frisches Gemüse und ein frisches Steak, welches erst am Tisch in die Pfanne gelegt wird und dann am Tisch fertig brutzelt :-). Dazu gabs einen leckeren Salat und Bier. Wer auch einmal vorbei schauen möchte:  2046 Pan-Steak (Seoul, Jongno-gu Gyedong 78-2 bonji).

Mittagessen

Nach dem Mittag gab es dann noch einen leckeren Kaffee in einem netten Lokal um die Ecke, bevor die Tour mit dem Taxi weiterging. Wir fuhren zum Namdaemun Markt (Namdaemun Sijang). Dieser riesige und weit verzweigte Markt existierte bereits in der Joeseon-Dynastie und war einer der wichtigsten Märkte der Stadt. Mit seinen rund 10 000 Geschäften und Marktständen ist er der zweitgrößte Südkoreas und zählt heute immer noch zu den bedeutendsten Märkten der Stadt und ist ein wahrer Touristenmagnet.

Seoul

Seoul

Ähnlich einem Einkaufszentrum, ist der Markt in verschiedene Bereiche gegliedert. Von Kleidung über Haushaltswaren und Nahrungsmitteln, findet man hier einfach alles. Am interessantesten ist natürlich der Bereich mit den Lebensmitteln :-). Das rote Zeug ist bestimmt scharf, aber ich trau mich nicht das zu kosten ;-).

Seoul

Seoul

Neben dem Markt befindet sich das große Südtor Sungnyemun – frisch renoviert – erbaut aber schon 1398.

Seoul

Gleich neben dem traditionellen alten Markt schließen sich die modernen Einkaufszentren an. Unterwegs ist uns dieser tolle Eisverkäufer aufgefallen. Die lustig verschnörkelten Waffeln werden frisch mit Eis gefüllt – da kann man gleichzeitig von beiden Seiten dran essen :-).

Seoul Eistüten

Nun geht’s zum letzten Punkt auf unserer Besichtigungsliste – dem Seoul Tower. Zur Abwechslung stiegen wir jetzt mal in den Bus. Das Ticket kann man gewöhnlich in bar bezahlen oder einfach seine Kreditkarte an das „Piep-Gerät“ halten :-). Wie praktisch.

Seoul

Schade das es heute so diesig ist. Trotzdem geht’s hoch hinaus auf das Observation-Deck in einer Höhe von 133 m. Von hier hat man einen Panoramablick über die Stadt. Auf dem Foto lässt sich leider nur ansatzweise erahnen wie riesig diese Stadt ist.Seoul

Eröffnet wurde der Tower 1980 auf dem Gipfel des Bergs Namsan, der an sich schon 243 m hoch ist. Um den Tower herum erstreckt sich der Namsan Park, der größte Park Seouls. Seoul

Runterwärts ging es mit der Seilbahn. Die Talstation liegt ganz in der Nähe des Namdaemun Marktes im Myeongdong-Viertel. Inzwischen wurde es auch schon dunkel und Angela verabschiedete sich von uns an dieser Stelle. Schön wars :-).

Umgeben von so vielen Shopping-Centern konnten wir nicht anders und mussten uns auch ein paar anschauen. 🙂SeoulNach einem ganzen Tag auf den Tatzen war jetzt ein warmes Abendbrot ganz recht. Ganz Stilecht: Leckere Nudelsuppe und überbackene Reispfanne. Yummy.

Essen

 

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