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30.05.13 – Marseille: Willkommen auf der Baustelle der europäischen Kultur

Nach dem gestrigen Ausflug süd-östlich von Marseille, machten wir uns heute nach dem Frühstück auf den Weg die Stadt zu erkunden. Nach dem Kauf eines Tagestickets in der U-Bahn, stellten wir mit Erstaunen fest, dass diese nicht auf Gleisen, sondern auf normalen Gummirädern unterwegs war :-).

U-Bahn

Nach zwei Stationen stiegen wir am Vieux Port aus, um die Touristen Info zu überfallen ;-). Der blaue Himmel täuscht über den „Bibber“-eisigen Mistralwind hinweg. Bepackt mit einem Stadtplan und der Übersicht der Sehenswürdigkeiten im Rahmen der europäischen Kulturhauptstadt zogen wir los. Als erstes machten wir die südliche Seite des alten Hafens unsicher.

Marseille

Links im Bild sieht man schon das Fort d’Entrecasteaux. Seit 1660 schützt dieses Bollwerk den südlichen Hafeneingang.

Marseille

Über eine langgezogene Treppe erreicht man das Fort – die Aussicht lohnt sich. Leider konnte man nicht ins Innere, da hier noch renoviert wurde.

Marseille

Also geht es weiter zum Chateau du Pharo, das nicht weit entfernt liegt. Ein Künstler hat sich hier mit seinen seltsamen Figuren verewigt.

Marseille

Das Chateau liegt direkt an der Hafeneinfahrt. Rechts im Bild blickt man auf das Fort St-Jean und die links daneben errichteten futuristischen Gebäude für Kultur, Völkerkunde und künstlerische Ausstellungen.

Marseille

Nach einer kurzen Pause im Sturm (ja, es war immer noch sehr windig), ging es mit dem Bus in Richtung Notre-Dame-de-la-Garde. Den Berg hinauf zur Kirche erklommen wir zu Fuß. Auf dem rund 150 m hohen Hügel überragt die Kirche jedes andere Bauwerk der Stadt. Auf dem 41 m hohen Kirchturm steht die goldene Muttergottes mit dem Jesuskind. Die Statue ist 11,2 m hoch und wiegt schlappe 9,8 Tonnen. Allein der Umfang des Handgelenkes des Jesuskindes beträgt 1,1 m :-). Wow.

Notre Dame

Nun aber nix wie rauf auf die Aussichtsplattform 🙂

Marseille

Marseille

Riesig

Ach ja, das Stadion sollte eigentlich auch schon fertig sein – nun ja, so ist es halt mit Großprojekten.

Marseille

Marseille

Notre-Dame

Nachdem wir uns die Kirche von innen angeschaut hatten, ging es mit dem Bus direkt zum nördlichen Teil des Hafens. Hier steht die prächtige Nouvelle-Major, die wir später noch besuchen. Der Kran gehört nicht zur Kirche, sondern zu einer der vielen Baustellen rund um das Hafengebiet.

Marseille

Die Villa Mediterranée – das schöne Objekt im Vordergrund – ist eines der wenigen Museen im Zentrum, das rechtzeitig zum Jahr der europäischen Kulturhauptstadt im Grunde fertig war und offen hatte. Das MuCEM sollte in wenigen Tagen eröffnen – viel Glück dabei ;-). Was auch hier sehr auffällig ist: Es wird viel Platz für im wahrsten Sinne „Nichts“ verschwendet. Eine beschattete Sitzgelegenheit fehlt gänzlich, so dass hier nichts zum längeren Verweilen einlädt. Marseille wird oft nachgesagt, dass der Stadt jegliches Flair fehlt um sich wohl zu fühlen. Die Architekten, die hier am Hafen ihre Prachtbauten hingestellt haben, sorgen in jedem Fall dafür, dass auch hier kein Flair entsteht. Schade um die vielen verschwendeten Millionen ….

Marseille

Schön sieht es ja aus, aber auf einer hübschen Bank könnte ich mal meine Tatzen ausruhen. Dann halt nicht.

Marseille

Weiter geht es an der Baustelle zum Fort St-Jean. Das Hafenfort aus dem 12. Jahrhundert sollte zusammen mit dem MuCEM die kulturellen Schnittpunkte zwischen den Gesellschaften Europas und denen des Mittelmeers beleuchten, sowie einen Vorgeschmack auf weitere Ausstellungen im MuCEM bieten. Hört sich schön an, war aber leider auch noch eine Baustelle und Zugang verboten. Hmm, langsam werde ich knurrig. Wir haben Ende Mai 2013 und das Jahr der europäischen Kulturhauptstadt ist fast zur Hälfte rum.

Marseille

Nach dem wir den Hilfskräften auf der Baustelle einige Minuten beim Hin- und Hertragen von diversen Gerüstbauteilen zugeschaut hatten, wurde uns einiges klarer – die werden hier nie fertig ….

Wir entschlossen uns, für die Projektverantwortlichen eine Kerze anzuzünden und statteten der Kathedrale Nouvelle-Major einen Besuch ab.

Marseille

Ein beeindruckender Bau :-). Nach dem die Riesenbaustelle am Hafen einen eher faden Beigeschmack hinterließ, hofften wir in der Innenstadt mehr Glück zu haben. Das Viertel Le Panier macht doch schon mal einen netten Eindruck.

Marseille

Marseille

Von überall in der Stadt blickt man auf die alles überragende Notre-Dame.

Marseille

Auf dem Weg zurück zum Hafen besorgten wir uns einen leckeren Salat, Baguette und kühlen O-Saft. Ach ja, am neugestalteten alten Hafen hat der Architekt leider auch die Sitzbänke vergessen. Bäume gibt es auch nicht. Also in der prallen Mittagssonne auf den Lüftungsschacht der U-Bahn setzen.

Pause

Am Hafen

Weiter geht es die La Canebière hinauf in Richtung Osten. Mit der futuristischen Straßenbahn fuhren wir bis zur Eglise des Réformés.

Marseille

Kurz ein Foto geknipst und weiter geht es mit der U-Bahn zum Hauptbahnhof Saint Charles. Der ist zwar recht klein aber sehr nett renoviert. Verwundert haben uns nur die mit Gewehren bewaffneten Soldaten die im und um den Bahnhof patrouillierten.

Bahnhof

Bahnhof

Wieder zurück in die U-Bahn und weiter geht’s zur Haltestelle Colbert. In der Nähe befindet sich das Stadttor von Marseille, das 1833 in Form eines Triumphbogens errichtet wurde: Porte d’Aix.

Marseille

Porte d'Aix

Jetzt wollten wir aber noch einmal Straßenbahn fahren, denn uns taten schon die Tatzen weh und es gab noch viel zu sehen. Also fuhren wir einmal die gelbe Tram-Linie rauf und runter :-). An der Haltestelle Longchamp stiegen wir aus, um einen Spaziergang durch das Palais Longchamp zu unternehmen.

Marseille

Im linken Flügel befindet sich das Musée des Baux-Arts, im rechten das Musée d’Histoire naturelle.

Marseille

Marseille

Marseille

Noch ein Wort zu Marseille und Sauberkeit. Hmm, leider ist die Stadt ziemlich dreckig. In vielen Ecken liegt Müll rum und niemanden scheint es so wirklich zu stören. Leider trübt es das komplette Stadtbild und sorgt dafür, dass man sich hier irgendwie nicht so wohl fühlt. Der einzig wirklich saubere Bereich war bei unserem Besuch das Palais Longchamp. Kaum hatte man die Tore des Parks verlassen, lag schon wieder überall Müll rum :-(.

Zu guter letzt, nutzen wir die Tagestickets um mit dem Bus zur Uferstraße Corniche Président Kennedy zu fahren. Beim Denkmal für die Gefallenen der Orientarmee liegt der alte Dorfhafen Vallon des Auffes.

Marseille

Marseille

Dorfhafen

Dorfhafen

Nach einem kurzen Rundgang ging es mit dem Bus zurück zum Hafen, denn wir hatten einen BÄREN-Hunger :-). Rund 12 Stunden waren wir jetzt auf den Beinen, da hat man sich schon eine leckere Pizza verdient 🙂

PIZZA

29.05.13 – Wilder Ritt auf den Wellen und eine tolle Wanderung in den Calanques

Heute starten wir den zweiten Versuch das Cap Canaille und die Calanques bei schönem Wetter zu erkunden. Der Blick aus dem Fenster auf den blauen Himmel versprach gutes Wetter. So machten wir uns früh am Morgen aus Marseille los, denn wir hatten heute viel vor.

Auf der D559 fuhren wir Richtung Cassis. Zwischendurch noch ein kurzer Stopp um aus der Ferne einen Blick auf Marseille zu werfen.

MarseilleIn Cassis stellten wir unser Reisemobil in ein Parkhaus und kauften am Hafen gleich die Tickets für die 8-Schluchten-Tour durch die Calanques. Bis zur Abfahrt war noch etwas Zeit und so bummelten wir durch die hübsche Stadt und über den quirligen Markt.

Cassis

Am Hafen kann man gemütlich bis vor zum Leuchtturm schlendern oder sich direkt an schönen Sandstrand flacken – den Plage de la Grande Mer.

Cassis

Cassis

Cassis

Unser Boot legte circa eine halbe Stunde zu früh ab, zum Glück mit uns an Board :-). Anscheinend war es schon voll. Ganz vorne am Schiff hatten wir eine super Aussicht, allerdings besteht hier auch ein hohes Risiko, bei gutem Wellengang geduscht zu werden :-).

Die erste Bucht erreichten wir noch bei ruhigem Wellengang. In der langezogenen Calanque de Port-Miou haben viele Boote ihren Liegeplatz.

Port-Miou

Weiter gehts Richtung Westen. Unser Kapitän steuerte das Boot hinaus aufs Meer und los ging der Ritt auf den Wellen. Nichts für einen schwachen Magen, aber die Aussicht auf die Calanques ist beeindruckend.

Calanques

Calanque

Calanque

Wir fuhren bis kurz vor das Cap Morgiou zur Calanque de Morgiou.

Calanques

Calanques

Von hier aus fuhren wir wieder zurück Richtung Cassis. Der Kapitän steuerte das Boot nah an die Klippen um eine gute Sicht auf die Felsen zu bekommen.

Calanques

Von der tollen Aussicht überwältig und gut damit beschäftigt zu fotografieren und dabei nicht ins Wasser zu fallen, habe ich die Orientierung leicht verloren und kann daher nicht jeden Stein beim Namen benennen :-).

Calanques

Calanques

Calanques

Calanques

Calanques

Calanques

Calanques

Nun erreichen wir eine der schönsten Bade-Schluchten der Calanques – die Calanque d’en Vau.

Calanques d'en Vau

Calanques

Calanques

In der Calanque de Port Pin kann man auch sehr schön baden. Mit dem Boot kann man hier allerdings nicht rein fahren. Um zu dem von Pinien gerahmten Sandstrand zu gelangen, muss man sich schon zu Fuß auf den Weg machen :-). Dazu später mehr.

Calanques

Kurz danach erreichen wir nach ungefähr 1,5 Stunden Fahrt wieder den Hafen von Cassis.

Calanques

Hafen von Cassis

Nach diesem tollen Ritt auf den Wellen wollten wir uns die Route des Cretes bei schönem Wetter anschauen. Also fuhren wir nach La Ciotat um von hier aus entlang der Panoramastrasse zurück nach Cassis zu fahren.

Vorher mussten wir aber den Proviant auffüllen. Leider hatten wir keinen Grill dabei, sonst hätten wir sicher bei dem leckeren frischen Fisch zugegriffen.

Fisch

An dem Regal mit den leckeren Törtchen kommt man meist nicht vorbei, ohne etwas einzupacken :-).

Lecker

Nun aber los :-).

La Ciotat

Was für ein Unterschied zu gestern. Da macht auch das Picknick im Auto gleich viel mehr Spaß.

Lecker mit Aussicht

Die Route des Cretes ist eine tolle Panoramastraße entlang des Cap Canaille. Von zahlreichen Parkplätzen aus, kann man bis vor an die Klippen laufen und die tolle Aussicht auf Cassis und die Calanques genießen. Hier noch ein mal ein Blick auf das hügelige Hinterland.

Route des Cretes

Route des Cretes

Route des Cretes

Route des Cretes

Cassis

Calanques

Zum Glück haben wir keine Höhenangst :-).

Cassis

Route des Cretes

Route des Cretes

Noch einmal ein letzter Blick auf Cassis mit dem schönen Badestrand und das Hinterland der Calanques. Jetzt wollen wir aber mal zu Fuß die Calanques erkunden 🙂 – also wieder zurück nach Cassis.

Cassis

In Cassis parkten wir beim Plage du Bestouan mit Blick auf das Cap Canaille.

Cassis - Cap Canaille

Von hier aus geht es zu Fuß zur Calanque de Port-Miou. Die vielen Boote vor den steilen Felsen erinnern uns irgendwie an Smögen in Schweden.

Port Miou

An den Klippen entlang geht es weiter zur Badebucht Calanque de Port Pin.

Port Miou

Leider hatte ich meine Badehose nicht dabei, sonst wäre ich sicher ein mal in das tolle klare Wasser gehüpft.

Port Pin

Nun geht es weiter steil bergauf. Um zur Calanque d’en Vau zu gelangen, muss man ein mal bis ganz nach oben auf den Felsen um dann wieder steil nach unten zu klettern. Aber erst einmal etwas ausruhen und den grandiosen Ausblick auf sich wirken lassen.

Calanques

Dank guter Wanderschuhe und Klettererfahrung meisterten wir den Abstieg ohne Probleme und erreichten die tolle Bucht noch im Sonnenschein.

d'en Vau

Wer Lust hat hier auch einmal wandern zu gehen, dies war unsere Route:

Calanques

Nach einem entspannenden Aufenthalt am Strand wanderten wir den gleichen Weg zurück nach Cassis.

Cassis

Nach so viel Action suchten wir uns am Abend ein schönes kleines Restaurant und gönnten uns ein Drei-Gänge-Menü :-). Hier die beiden leckeren Vorspeisen mit dazugehörigem Hauptgang. Passend dazu gab es einen leckeren Rosé aus der Gegend.

Vorspeise und Hauptgang

Der Nachtisch kann sich auch sehen lassen.

Nachtisch.

Kullerrund kugelten wir zurück zum Parkplatz. Noch mal kurz die Kamera gezückt und das Chateau fotografiert.

Cassis Chateau

28.05.13 – Wolken so weit das Auge reicht

Nach so vielen Tagen mit Sonnenschein, erwachten wir heute bei bedecktem Himmel. Das Frühstück am Campingplatz liessen wir ausfallen und packten schon recht früh am Morgen unsere sieben Sachen. Denn wir haben heute einen langen Weg vor uns und außerdem sah der Himmel recht bedrohlich aus.

Und recht hatten wir; kaum war das Auto vollgepackt fing es an zu tröpfeln. Davon liessen wir uns aber nicht beirren und steuerten unser erstes Tagesziel für heute an: den Mont Faron – der Hausberg von Toulon. Unterwegs besorgten wir uns aber noch eine Kleinigkeit zum Frühstück.

Über eine Einbahnstraße gelangt man auf den 584 m hohen Gipfel. Wer kein Auto hat, kann auch mit der Seilbahn bequem nach oben fahren. Noch sind wir unter den Wolken und man hat einen guten Blick auf Toulon.

Toulon

Nun, das wäre unsere Aussicht gewesen. Die tief hängenden Wolken vernebelten leider total die Sicht.

Nebel

Naja, was soll’s. Dann frühstücken wir halt im Auto.

Yummy

Blümchen

Wir überquerten den Gipfel und fuhren wieder abwärts. Irgendwann waren wir dann wieder unter den Wolken und hatten einen tollen Blick auf Toulon.

Toulon

Da das Wetter nicht besser wurde, beschlossen wir einfach in La Ciotat etwas am Strand und der Promenade entlang zu bummeln.

La CiotatDa die Stadt nicht wirklich sehenswert ist fuhren wir weiter ans Cap Canaille, in der Hoffnung, dass die Wolken nicht mehr ganz so tief hängen. Noch ein kurzer Blick auf La Ciotat – das Cap liegt direkt westlich der Stadt.

La Ciotat

Aber leider …. sahen wir von der angeblich so tollen Landschaft überhaupt nichts :-(. Am Ende der Panoramastraße Route des Cretes kann man auf das schöne Städtchen Cassis blicken.

Cassis

Da das Wetter morgen wieder super sonnig seit sollte, beschlossen wir, morgen noch einmal hier vorbei zu schauen. Also ging es weiter nach Marseille, wo wir für uns für drei Nächte im Hotel Ibis Styles Centre Castellane einquartiert hatten.

Hier die Aussicht aus dem Hotelfenster. Die Sonnenstrahlen täuschen nur – gleich kommt der nächste Regenschauer.

Marseille

Wir nutzten eine Regenpause für einen kurzen Spaziergang um den Platz Castellane und ließen den Tag gemütlich ausklingen.