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23.07.15 – Fahrt in die grüne Maramuresch

Nach unserer kleinen Rundreise durch das Gebiet der Moldauklöster verlassen wir die Bukowina in Richtung Westen in die Maramuresch, ein urwüchsiger Landstrich im Nordwesten von Rumänien. Charakteristisch für diesen ursprünglichen Landstrich sind die bewaldeten Berge, die klaren Bäche und Flüsse, viele grüne Hügel und bunte Wiesen. Neben den landschaftlichen Sehenswürdigkeiten, prägen vor allem die Holztore und bemalten Holzkirchen die Region, die auf eine tiefverwurzelte und traditionelle Handwerkskunst zurückführen.

Die 160 km von Gura Humorului zu unserem Tagesziel Viseu de Sus führen uns durch eine herrliche grüne Landschaft und über Straßen mit vielen Schlaglöchern ;-).

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Und hier sind wir auch schon direkt in der Maramuresch mit den vielen bewaldeten Hügeln, so wie man es in Europa eigentlich kaum noch findet.

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Bäume so weit das Auge reicht :-).

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Auf unserer Fahrt befahren wir auch den Prisloppass und machen an der höchsten Stelle, bevor es wieder ins Tal geht, eine kurze Pause. Im Hintergrund sieht man ein errichtetes Denkmal und ein hier erbautes Kloster.

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Bei den Straßenhändlern kauften wir uns frisch gepflückte Blaubeeren und genossen anschließend das schöne Wetter und die gute Aussicht auf 1400 m Höhe.

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Am Nachmittag erreichten wir die Kleinstadt Viseu de Sus, eine Holzfällerstadt und zugleich die Hauptstadt der Zipser. Die Zipser sind eine deutschsprachige Bevölkerungsgruppe, ähnlich der Siebenbürger Sachsen, die seit etwa dem 12. Jahrhundert in dieser Gegend den Bergbau und die Holzverarbeitung prägten.

Wider Erwarten gestaltete sich die Suche nach einer Unterkunft für zwei Nächte kompliziert und knifflig. Im Ort gibt es zwar zahlreiche Unterkünfte, aber seit einigen Jahren auch zahlreiche Touristen. Nach einer gefühlten Ewigkeit und langem hin und her haben wir dann doch noch Glück gehabt und eine Übernachtungsmöglichkeit ergattert. Nachdem wir uns im Hotel etwas abgekühlt hatten, machten wir uns am späten Nachmittag noch einmal auf den Weg um eine nahe gelegene Holzkirche zu besuchen, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt.

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Das Gebiet der Maramuresch wird auch oft als „Land der Holzkirchen“ bezeichnet, denn nahezu in jedem Ort haben Zimmerleute eine dieser hölzernen Kirchen errichtet.  Dieses kulturelle historische Erbe ist nicht nur eine touristische Sehenswürdigkeit – die Kirchen werden weiterhin zur Abhaltung der Gottesdienste oder an anderen christlichen Feiertagen genutzt.

Die Holzkirche die wir heute besuchen, ist die schöne Hügelkirche im Dorf Ieud und trägt den Namen „Biserica de Lemn din Deal“ (Die Geburt Mariä, Mutter Gottes). Erbaut wurde die Kirche im Jahr 1364 und ist somit die älteste Holzkirche Rumäniens. Die vollständig aus Tannenholz erbaute Kirche zeichnet sich durch eine einfache, kompakte Architektur und einen 30 m hohen Turm aus.IMG_2507

Grundsätzliche sind alle Kirchen zugänglich, allerdings bei Ankunft nicht unbedingt gerade geöffnet. An der Eingangstür hängt dafür eine Telefonnummer die man anrufen kann und schon kommt jemand vorbei und schließt auf, oftmals gegen eine kleine Gebühr.

Die Innenmalereien stammen von dem einheimischen Künstler Alexandru Ponehalschi und sind aus dem Jahr 1782. 
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Wie auch bei den Moldauklöstern ist der komplette Innenraum bis hinauf zum Kirchendach bemalt. Die Gemälde sind noch sehr gut erhalten und zeichnen sich durch eine hohe Qualität und der ländlichen Gegend typischen Bildsprache aus.

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Auf dem Dachboden der Kirche wurde im Jahr 1921 ein alter Kodex gefunden, der auf das Jahr 1391 geschätzt wird und in rumänischer Sprache verfasst wurde. Damit ist der „Kodex von Ieud“ das älteste Schriftstück in rumänischer Sprache.

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Der Friedhof an sich ist sehr schön gestaltet und strahlt eine urige Ruhe aus. Ebenso hat man von dem kleinen Hügel aus auch eine gute Aussicht auf die grüne Umgebung.

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Auf dem Rückweg nach Viseu de Sus hielten wir noch einmal an, um in der Abendstimmung die tolle Gegend mit den grünen saftigen Wiesen zu bestaunen.

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Auf den Wiesen in der Umgebung findet man die für die Gegend typischen lustigen Heuschober :-).IMG_2540

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Nach diesem langen und auch etwas anstrengendem Tag gönnten wir uns noch ein leckeres Abendessen und freuten uns auf die morgige entspannte Fahrt mit der Wassertalbahn :-).

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