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03.04.14 – Walking under Cherry Trees

An unserem dritten Abend in Kyoto fuhren wir das erste Mal in dieser Stadt U-Bahn, denn das Busfahren dauerte uns irgendwie immer viel zu lang um von A nach B zu kommen. Nach dem wir ein paar Einheimische beim Bedienen der „altmodischen“ Ticketautomaten zugesehen hatten, waren wir auch mit etwas Phantasie in der Lage den Inhalt des bunten „Videotextes“ am Bildschirm zu verstehen ;-). Erfolgreich hielten wir unsere Tickets in der Hand und konnten sie auch gleich am Zutrittsautomaten lösen. Da kam auch schon die U-Bahn und wir fuhren vom Hauptbahnhof direkt zur Karasuma-Oike Station. Von hier aus liefen wir Richtung Südosten in das Gebiet um den Nishiki Food Market. Dort haben wir in einem der unzähligen Restaurants Abendbrot gegessen.

EssenAuf dem Weg in Richtung des großen Kamo River, entdeckten wir diese interessanten Kirschbäume und daneben einen kleinen Fluss. Dies ist der Takase River, der nur ein paar Meter stadteinwärts parallel auf einem kurzen Stück zum Kamo River verläuft.

IMG_3975Die vielen Kirschblüten und ein Blick die Straße am kleinen Fluss herunter veranlassten uns spontan hier entlang zu laufen.

IMG_3977Wir können nur jedem empfehlen, dieses Schauspiel mal in Echt zu erleben. Der Weg nach Japan ist weit und man braucht etwas Glück, aber die Kirschblüte ist wirklich ein Hit.

IMG_4002Bei dem schönen warmen Wetter an diesem Abend und einer leichten Brise machte das Staunen und Schlendern und Fotografieren total Spaß.

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IMG_4015Einfach ein Wahnsinn :-). Diese schönen Laternen und daneben die Tulpenmagnolie, ach wie schön *schwärm* …

IMG_4016Hier ein Blick auf den großen Kamo River, der nur ein paar Meter daneben durch Kyoto fliesst.

IMG_4025Weiter geht’s mit Sehen und Staunen :-).

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IMG_4066Per Zufall haben wir diesen schönen von Kirschbäumen gesäumten Weg entdeckt.  Wer hier auch einmal zu Besuch ist fährt zur Kawaramachi Station an der Straße Shijo Dori. Von hier aus ist es nicht mehr weit bis zum Takase River, den wir in Richtung Süden entlang gelaufen sind.

03.04.14 – Tagesausflug Kyoto und Nara

Am dritten Tag in Kyoto gibt es noch einmal das volle Touristen-Programm :-). Ein Ganztagesausflug führt uns zu drei bekannten Sehenswürdigkeiten in Kyoto und am Nachmittag nach Nara, außerhalb von Kyoto. Gegen 8:30 Uhr wurde unsere Gruppe von mehreren Reisebussen am Hotel abgeholt.

Der 1. Halt war das Nijo Castle – ein UNESCO Weltkulturerbe. Punkt 9 Uhr standen wir vor dem riesigen Eingangstor der weitläufigen Festung mit ihren wuchtigen Außenmauern und dem breiten Wassergraben.
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IMG_3679Das eigentliche Schlossgelände im inneren der Festungsanlage betritt man durch das massive, mit einem schönen chinesischen Giebel versehen Karamon-Tor.

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Für den einfachen Touristen gibt es neben den 5 Gebäuden des Ninomaru-Palastes noch den schönen und weitläufigen Landschaftsgarten zu besichtigen. Da unsere Gruppe für den Rundgang durch das Schloss noch nicht an der Reihe war, schauten wir uns zu erst den schönen Garten an.

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IMG_3701Nun hieß es aber Schuhe ausziehen und in der Schlange hinten anstellen. Unser Guide führte uns durch die zahlreichen Räume des Palastes. Mit dem Bau des Schlosses wurde 1603 begonnen und um 1626 fertiggestellt. Die Gebäude wurden ausschließlich aus japanischen Zypressenholz erbaut und sind größtenteils im Original erhalten. Zum Schutz der Wandgemälde war es nicht erlaubt im Inneren des Schlosses Fotos zu machen.

Aber soviel kann gesagt werden, die Räume sind mit unzähligen Tatami-Matten ausgelegt und alle nach dem gleichen Prinzip gestaltet: ein Warteraum, ein Raum in dem sich die Leibwächter versteckten und eine Audienzhalle. Daneben gab es noch Privatgemächer für den Shongun und seine Frauen. Alle Räume sind prachtvoll dekoriert und wurden von den besten Malern der Kano-Schule gestaltet. Die Kano-Maler waren die besten ihrer Zeit und haben im Palast ihr größtes künstlerisches Erbe hinterlassen.

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Kurz durchatmen und weiter geht’s zu DER Sehenswürdigkeit Kyotos: der Goldene Pavillon-Tempel (Kinkaku-ji / Rokuon-ji). Da der Pavillon und der ihn umgebende Teichgarten nicht nur UNESCO Weltkulturerbe, sondern wohl auch die meist besuchte Sehenswürdigkeit Japans sind, waren wir nicht so wirklich alleine hier ;-). Dennoch konnten wir uns erfolgreich vordrängeln und ein paar schöne Fotos knipsen :-).

IMG_3710Während der Amtszeit hat sich Ashikaga Yoshimitsu (1358-1408) den Goldenen Pavillon als Altersitz erbauen lassen.  Die drei Stockwerke des Pavillon wurden jeweils in einem anderen Baustil errichten:

  • Erdgeschoß: Klassisch eleganter Palaststil der Heian-Zeit; diente als  privater Wohnraum
  • Erstes OG: Kamakura-zeitliche Bauweise der Samurai-Häuser; Gästezimmer
  • Zweites OG: Stil von chinesischen Zen-Tempeln mit halbrunden Fenstern; diente religiösen Zwecken

Die oberen beiden Stockwerke sind mit Blattgold überzogen und ganz oben auf dem Dach steht ein glänzender Phönix.

IMG_3719Leider wurde auch der Goldene Pavillon ein Opfer von Brandstiftung. 1950 wurde er von einem jungen Mönch niedergebrannt, konnte aber bereits 5 Jahre später originalgetreu wiedereröffnet werden.

IMG_3723Der Teich um den Pavillon nennt sich „Spiegelteich“ (kyoko-chi), weil sich der Pavillon so schön daran spiegelt.

IMG_3733Weiter geht es durch den schöne Park zurück bis zum Ausgang.

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Nun sind wir bei der dritten Sehenswürdigkeit vor dem Mittagessen angelangt – dem Kaiserpalast Kyoto Gosho. Der Palast steht auf einem riesigen Gelände mit einem Ausmaß von ungefähr 11 ha. In einer geführten Tour kann man sich den Palast von „außen“ und einen Teil des schönen Oikeniwa Gartens anschauen. Im Hintergrund sieht man das schöne hölzerne Gishumon Tor, eins von sechs Toren in der großen Palastmauer.IMG_3745Während des Rundgangs hat man leider nur die Möglichkeit von weitem einen Blick auf die prächtigen Gebäude zu werfen. Hier stehen wir am Jomeimon Gate und blicken auf das Shishinden, das wichtigste Gebäude des Palastes. Hier fanden die Krönungszeremonien von Kaiser Taisho und Showa statt.

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IMG_3762Nicht weit entfernt steht das Shunkoden ..

IMG_3770… hier wurde der heilige Spiegel zur Krönung des Kaisers Taisho im Jahr 1915 aufbewahrt.

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Weiter geht’s in den Oikeniwa Garten, der der kaiserlichen Familien zum flanieren und entspannen diente.IMG_3783

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IMG_3800Das wars auch schon vom Kaiserlichen Palast. Zur Verköstigung am Mittag wurden wir in der Innenstadt in ein Restaurant gebracht. Dank unserer bisherigen Reise durch Japan, wussten wir mit dem Essen umzugehen – im Gegensatz zu einigen älteren Herrschaften in unsere Gruppe, die wohl lieber einen Burger bekommen hätten. Fragt man sich wozu solche Leute ins Ausland reisen ;-). Für ein Essen innerhalb einer Tagestour nicht schlecht, aber  zum Glück durften wir schon richtig gutes japanisches Essen schätzen lernen.

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Nach dem Mittag ging es mit der Nachmittagsgruppe zum zweiten Teil unseres Ausflugs – nach Nara. Nara ist eines der wichtigsten touristischen Ziele Japans wegen seiner alten und gut erhalten Heiligtümer. Des Weiteren war Nara von 710 bis 784 die erste permanente Hauptstadt Japans.NaraVom Parkplatz des Busses spazierten wir in Richtung des Todai-Ji. Um dorthin zu gelangen muss man an vielen gefährlichen – äh gefrässigen –  Rehen vorbei ;-).

IMG_3809Natürlich kann man am Eingang etwas Futter für die Tierchen kaufen, die einem anschließend durch den ganzen Park folgen. Meiner Meinung nach, hätten sie ja mal etwas Fellpflege nötig ;-). Im Hintergrund sieht man das Nandai-mon, ein zwei-stöckiges Holztor, das den Zugang zum Tempel darstellt.

IMG_3811Im Tor stehen diese gefährlich aussehenden Gestalten. Es sind die 8 m hohen muskulösen Torwächter.

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Gruslig ;-).IMG_3819

Von hier aus sind es nur noch wenige Meter bis zur Halle des großen Buddha …IMG_3828

…  das ist dieses große Gebäude mit vielen Kirschbäumen davor.IMG_3832

Die Halle – oder auch der Daibutsuden – ist nichts weniger als das größte Holzbauwerk der Welt. Es misst 57m in der Länge, 50m in der Breite und 49m in der Höhe.IMG_3837

Ganz schön riesig 🙂 und das zu Recht, denn in der Halle sitzt die größte aus Edelmetall geschmiedete sitzende Buddha-Statue des Landes. IMG_3845 Der Koloss von Nara ist 16m hoch.
IMG_3850Links und rechts vom großen Buddha sitzen noch zwei kleinere goldene Buddhas.

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IMG_3867Dahinter stehen in der riesigen Halle zwei weitere schöne Holzfiguren und eine Miniatur-Ausstellung zur „Größen-Entwicklung“ des Tempels. Die heutige Größe entspricht nur noch 2/3 der ursprünglichen Größe.

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Außerhalb der Halle sitzt diese heilige Figur.

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Nach der Besichtigung des Todai-ji ging es mit dem Bus zum nahgelegenen Kasuga-taisha – dem berühmtesten Schrein von Nara. Er wurde bereits um 710 zum Schutz der Hauptstadt errichtet.

IMG_3921Der Weg hinauf zum eigentlichen Schrein ist von unzähligen Steinlaternen gesäumt. Die meisten der Steinlaternen wurden von Gläubigen gespendet.

IMG_3924Zum Setsubun-Mantoro-Laternenfest und zum Chugen-Mantoro-Fest werden alle Laternen entzündet. Das ist sicherlich beeindruckend.

IMG_3925Im Hintergrund ist der rote Schrein zu sehen.

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IMG_3953Die vielen kunstvoll gestalteten Metalllaternen sind ebenfalls Spenden von Gläubigen.

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IMG_3937Und überall laufen die Rehe in der Gegend rum und schauen dich fragend an, wenn man nichts zum Knabbern dabei hat ;-).
IMG_3961Gegen 18 Uhr erreichten wir wieder unser Hotel und entspannten uns kurz, bevor es erneut in die Stadt ging – dazu aber im nächsten Artikel mehr.

02.04.14 – Ein Kirschblütentraum bei Nacht

Wie versprochen hier der zweite Teil dieses erlebnisreichen Tages. Nach einer kurzen Rast im Hotel spazierten wir am Abend vom Hotel aus in Richtung des Tempels To-ji, den wir gestern vom Kyoto Tower aus gesehen hatten – nur mal um zu schauen. Als wir ankamen waren wir erstaunt über die lange Schlange am Eingang, denn eigentlich waren wir davon ausgegangen, dass der Tempel geschlossen war. Interessiert schauten wir uns die Plakate am Eingang an: „Cool, Tempel gucken am Abend :-)“ und noch besser: Mit ganz vielen angeleuchteten Kirschbäumen – yeah! Also haben wir uns hinten an der Schlange angestellt. Um 18 Uhr bewegte sich die Schlange in Richtung Eingang und nach Zahlung des Eintritts waren wir auch schon drin.

IMG_3538Im Eingangsbereich haben einige Fotografen schon ihre Stellung bezogen 🙂 …

IMG_3537… mit Blick auf diesen hübschen Kirschbaum und im Hintergrund die 5-stöckige und 57 m hohe Pagode. Sie ist das Wahrzeichen von Kyoto und die höchste Pagode Japans.

IMG_3558Der Toji-Tempel ist ein Tempel des Shingon-Buddhismus und wurde im 9. Jh. von Kobo Daishi gegründet. Kobo Daishi war auch der Gründer der Klosteranlage von Koyasan, die wir drei Tage zuvor besucht hatten.

IMG_3572Zum Glück waren wir so früh da. Denn einerseits war noch nicht zu viel los und das Licht war noch gut zum Fotografieren :-).

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Kirschblüten überall …IMG_3598

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Riesige Scheinwerfer zum Anleuchten der großen Pagode.
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IMG_3627Im Weiher stampfte dieser lustige Vogel umher und lies sich unbeeindruckt in Langzeitbelichtung fotografieren.

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Da hatten wir echt Glück, dass wir heute Abend zu diesem Tempel spaziert sind. Denn die Tempel haben immer abwechselnd Abends geöffnet.IMG_3641

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IMG_3662Dieser alte Kirschbaum ist wohl der Beeindruckendste auf dem Gelände. Die langen Äste mit den Blüten sind schon so schwer, dass sie abgestützt werden müssen.

IMG_3666Im Tempel befinden sich neben der großen Pagode noch weitere Gebäude, in denen zahlreiche alte buddhistische Figuren ausgestellt sind.

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IMG_3673Knapp 1,5 Stunden später verabschiedeten wir uns von dem schönen Schauspiel aus Kirschblüten, Licht und Dunkelheit. Da wir noch kein Abendbrot hatten, besuchten wir das auf dem Weg liegende Einkaufszentrum mit Food-Court. Wir gönnten uns eine leckere Soba und ein kühles frisches Bier :-).

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IMG_1605Das wars jetzt aber von diesen schönen langen Tag :-). Gute Nacht.