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03.06.11 – Reykjavik, Island: Golden Circle Tour

Da wir heute erst am Nachmittag in Reykjavik anlegen sollten, nutzten Eisigel und ich die Gelegenheit dem Kapitän über die Schulter zu schauen und heimlich irgendwelche Knöpfe zu drücken :-). Während eines Brückenbesuches konnten wir die vielen Bildschirme, handgemalten Karten und das Steuerrad bewundern.

Dank schneller Fahrt, Eisigel hatte heimlich den Turboknopf gedrückt, kamen wir 90 Minuten eher im Hafen an. Wir freuten uns schon, weil wir so mehr Zeit hatten mit einem ausgewanderten Familienmitglied die Gegend zu erkunden. Tja, zu früh gefreut. Da hatte wohl jemand vergessen, dass es auch hier Ebbe und Flut gibt. Da wir zu tief lagen bekamen wir die Gangway nicht vollständig auf und so mussten wir ne gute Stunde warten, bis der Wasserspiegel im Hafen anstieg. Zu allem Überfluß ließ sich der Zoll auch noch extra viel Zeit bei der Freigabe des Schiffes, so dass der Zeitgewinn wieder vollständig weg war :-(.

Unser persönlicher Guide nahm uns freudig in Empfang und wir starteten unsere Tour zu den wichtigsten Attraktionen Südislands. Der erste Halt war aber bei einem einheimischen Supermarkt, um uns mit landestypischen Süßwaren einzudecken. Die Isländer stehen voll auf Lakritze, nicht so mein Favorit, aber in Kombination mit Schoki echt super lecker.

Nordöstlich von Reykjavik beginnt das Geysirgebiet mit heißen Quellen und Schlammbädern. Unser erster Sightseeingstopp war das Areal um den Geysir Strokkur. Das ist der aktivste Geysir in der Gegend und spukt alle 5-10 Minuten eine bis zu 20 Meter hohe Wassersäule aus.

Und jetzt mit Wassersäule:

Und da wir heute typisches Islandwetter hatten, überraschte uns 5 Miunten später gleich der erste heftige Gießkannenschauer :-). Also ab ins Auto und weiter gings zu einer der grandiosesten Sehenswürdigkeiten von ganz Island, dem Wasserfall Gullfoss. Das Besondere an dem Wasserfall ist, dass er über zwei Felsstufen in die Tiefe stürzt. Wenn man Glück hat und die Sonne ein schönes warmes Licht ausstrahlt, leuchten der Wasserfall und der Wassernebel golden. Regenbogengarantie eingeschlossen :-).

Wir erreichten den Wasserfall in unserem tollen Geländewagen kurz vor den Blaujacken vom Schiff (liebevoll auch Schlümpfe genannt).

Über einen Holzsteg erreicht man den Wasserfall und man kann, wenn man nass werden will, auch bis ganz vorne ans Wasser. Der Eisigel und ich waren natürlich so mutig :-). Coole Sache.

Auf der Rückfahrt machten wir noch einen tollen Abstecher zum Nationalpark Thingvellir (UNESCO Weltnaturerbe). Im Gebiet des Nationalparks treffen in einer 5-6km breiten Zone die amerikanische und die europäische Kontinentalplatte aufeinander, was sich im Landschaftsbild gut erkennen lässt. Wir fuhren ans Ufer des Trinkwassersees Pingvallavatn und genossen für einen Augenblick die herrliche Ruhe und die atemberaubende Landschaft.


Ebenfalls in dem von mächtigen Basaltfelsen umgebenen Nationalpark liegt der frühere Versammlungsplatz Pingvellir. Hier trat im Jahr 930 erstmals das Alping zusammen, das als ältestes demokratisch gewähltes Parlament gilt.

In unmittelbarer Nähe der Stätte ziehen sich zahlreiche Felsspalten, die mit Wasser gefüllt sind, durchs Land.

Zum Aufwärmen fuhren wir zurück in die Stadt und gönnten uns in einem netten Restaurant eine leckere Fischsuppe :-). Nochmals vielen Dank an unsere nette Begleitung für diesen tollen Tag.

Gegen 23 Uhr war Abfahrtszeit. Unser Kapitän hatte es auf einmal eilig. Kaum waren alle an Bord legten wir schon ab und wir begaben uns mit voller Fahrt Richtung Grönland. Wahrscheinlich ahnte er schon was uns die kommenden Tage erwarten sollte. *HEHE*.

02.06.11 – Nordatlantik: Catching the Birds

Die stürmische See in der Nacht verschlief ich entspannt, so dass mich am Morgen die Sonne an der Nase kitzelte :-). Da wir heute den ganzen Tag auf See sind, hörte ich mir einen interessanten Vortrag des Expeditionsteams an und verbrachte den Großteil des Tages damit, die vielen Vögel zu betrachten, die wie verrückt unser Schiff umkreisten.

Am Nachmittag gabs leckere Waffeln mit BlauBÄRmarmelade. Am späten Abend konnten wir im schönen Sonnenuntergang schon die Umrisse und zum Teil schon die schneebedeckten Berge von Island erkennen.

01.06.11 – Torshavn, Färöer: Inselrundfahrt Vagar

Nach so vielen Tagen Sonnenschein, schickte uns der Wettergott heute ein paar Wolken und eine kräftige Brise. Dem einen oder anderen hats sogar die Mütze vom Kopf geweht.

Achja, heute besuchten wir die Färöer. Allen die hier noch das Wort Inseln anhängen sei gesagt: „Ganz Falsch!“ :-). Der Name Färöer bedeutet nämlich Schafsinsel. Noch ne Insel angehangen wäre doppelt gemoppelt.  Die Färöer sind seit 1948 selbständiges Mitglied des dänischen Reichsverbandes. Die Inselgruppe besteht aus 18 Inseln mit zusammen 1.399 qkm und hat eine Küstenlänge von 1.100 km. Die meisten der 48.000 Einwohner sind direkte Nachfahren der aus den Nordländern stammenden Siedler und die altnordische Sprache Färöisch ist die Landessprache. Rund 20.000 Färinger leben im Gebiet der Hauptstadt Torshavn auf der Hauptinsel Streymoy.

Gegen 11 Uhr legte die Fram im Hafen an und der Eisigel und ich hatten vor unserem Ausflug noch Zeit für einen Bummel durch die Stadt.

Also machten wir uns auf um uns den alten Stadtteil Tinganes anzuschauen. Hier stehen noch viele gut erhaltene Häuser mit den tollen Grasdächern. Als Rasenmäher dient meist ein Schaf, das einfach aufs Dach gestellt wird 🙂 – Ein Mäh mit Aussicht.

Am Nachmittag startete unsere Rundfahrt auf die Nachbarinsel Vagar. Entlang toller Fjorde und schönen Wasserfällen erreichten wir den Tunnel um nach Vagar zu kommen. Nach kurzer gruseliger Dunkelheit erreichten wir Vagar und besuchten als erstes die Stadt Sandavagur. In der schönen Holzkirche steht einen Runenstein aus dem 13. Jh., der besagt, dass sich der Wikinger Torkil Onundarson als Erster hier niederließ.

Entlang der einzigen Straße der Insel fuhren wir durch mehrere kleine idyllische Dörfer nach Gasadalur, das Dorf am A… der Welt *grins*. Das bezaubernd gelegene kleine Dorf mit seinen nur 23 Einwohnern war bis vor kurzer Zeit nur über einen steilen Bergpfad zu erreichen und daher nahezu nur im Sommer bewohnt. Doch dann entschlossen sich die Färinger der idyllischen Ruhe ein Ende zu setzen und gruben einen gefährlichen Tunnel durch den Berg. Auf jeden Fall hat man eine tolle Aussicht hier.

Zum Glück kamen wir auch auf dem Rückweg wieder gut durch den eben erwähnten Tunnel. Wir hielten kurz an einem der schönsten Aussichtspunkte an. Im Hintergrund sieht man die kleinen Inseln Tindholmur mit seinen 5 burgartigen Zinnen und den flachen Gasholmur.

Nicht weit entfernt vom Aussichtspunkt liegt unten im Tal das Dorf Böur mit 74 Einwohnern. Auch hier kann man die tollen und gut erhaltenen Grasdächer bewundern und am schwarzen Vulkanstrand entspannen.

Und wie überall steht immer irgendwo eine Kirche 🙂

Am Strand hat man ebenfalls eine tolle Aussicht auf das Sörvagsfjord. Im Hintergrund sind wieder die Insel Tindholmur und die beiden freistehenden Felsen Dranganir, die die Form eines Portals bilden, zu sehen.

Kurz vor der Ankunft in Torshavn hielt der Bus noch einmal und wir hatten einen tollen Blick auf die Stadt, auch wenns mich hier fast weggeweht hätte. Der Ausblick wars wert :-).

Nach dem Ablegen der Fram am späten Nachmittag passierten wir noch die schöne Küste der Färöeren. Später frischte der Wind wieder auf und wir erreichten Windstärke 10 (Beaufortskala). Das Schiff stampfte wieder lustig auf und ab, aber der geübte Seemannsmagen überstand die Nacht ohne Probleme.