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31.05.11 – Lerwick, Shetland-Inseln: Jarlshof und Inselrundfahrt

Auch heute schien das Wetter wieder perfekt zu werden *freu* und um alles noch perfekt zu machen lagen wir auch direkt an der Innenstadt von Lerwick am Pier. Man konnte so zu sagen rüberspucken J. Zu Beginn wieder etwas Theorie, damit man auch in vielen Jahren noch weiß wo man da eigentlich war. Lerwick ist die Hauptstadt der Shetlands, liegt auf der größten Insel Mainland und ist die nördlichste Stadt Großbritanniens. Ungefähr 22.000 Menschen leben hier im Norden, verteilt auf die vielen Inselchens. Die Landschaft ist schon etwas hügeliger und rauer als auf den Orkneys, auch ist sie nicht so grün und es kann nicht viel Landwirtschaft betrieben werden. Viel Heide aber keine Bäumchen. So, nun zum Ausflug. Die gesamte Küstenlänge Shetlands beträgt 5.000km und wir fuhren ein wenig südlich dran entlang. Unser erstes Ziel war Jarlshof. Nach einem heftigen Sturm im Jahr 1905 wurde der Hang eines kleinen Hügels ausgewaschen und es traten Teile wuchtiger Steinmauern hervor. Bei den Ausgrabungen wurden weitere Überreste aus der Stein-, Bronze- und Eisenzeit entdeckt. Zuletzt lebten im 17. Jahrhundert Bauern auf dem Gelände. Am Jarlshof angekommen, konnten wir gleich die süßen Shetland Ponys begrüßen. Endlich mal ein Pferd in meiner Größe J.

Auf eigenen Faust oder mit Guide konnten wir uns nun auf die Ausgrabungen stürzen und durch Wände und Höhlen kriechen. Im Gegensatz zu Skara Brae auf Orkney konnte man hier noch zwischen mannshohen Steinmauern umherlaufen und alles anfassen.

Das lustige hier ist der Flughafen. Eine Ampel zeigt an, wann man die Start- und Landebahn überqueren darf. Wenn man hier nicht aufpasst, rasiert einem das Flugzeug die letzten Stoppeln weg. Nach einer kurzen Fahrt Richtung Norden besuchten wir noch das Besucherzentrum im kleinen Ort Hoswick. Mich interessierte aber eher der Strand, wo der Igel und ich auch gleich auf Stein- und Muschelsuche gingen. Dick eingepackt mit Mütze und Schaal trotzen wir dem kalten Wind, wohingegen die einheimischen Kiddis mit Gummistiefeln und T-Shirt am Strand spielten. Wir sind schon richtige Weicheier. Fürs Fotoposing nahmen wir mal kurz Mütze und Schaal ab.

Wieder zurück im schönen Lerwick unternahmen wir noch einen Stadtrundgang. Entlang der Commercial Street bummelten wir zum Fort Charlotte, dass 1653 zum Schutz der Stadt vor Plünderungen angelegt wurde. Hier die Aussicht auf unser Schiffchen.

Weiter gings zur Town Hall, dem Rathaus der Stadt. Im ersten Stock gibt es hier einen Versammlungssaal mit wunderschönen bunten Fenstern.

Zum Schluß konnte ich nicht widerstehen und deckte mich noch mit leckerem braunem Elixier ein, auch genannt Whisky.

Und wie es immer so ist, gehen die schönen Tage viel zu schnell rum.

30.05.11 – Kirkwall, Orkney-Inseln: Skara Brae, Skaill House & Ring of Brodgar

Meine plüschigen Begleiter und ich hatten es wieder geschafft den Wettergott zu überzeugen, so dass heute die Sonne mal wieder alles überstrahlte . Heute waren wir auf den Orkney-Inseln, ein aus 67 Inseln bestehendes Archipel nordöstlich von Schottland. Die rund 20.000 Bewohner leben hauptsächlich auf der größten Insel namens Mainland und davon die Meisten in der Hauptstadt Kirkwall, wo auch wir anlegten. Unsere 13 Stunden Landaufenthalt teilten wir in einen Ausflug am Vormittag und eine Privattour am Nachmittag auf. Die nette ausgewanderte Fränkin namens Melanie führte uns mit vielen Informationen durch die Highlights von Mainland. Die Route ging entlang der Nordküste Scapa Flow (dem berühmten Marineankerplatz), über Moorlandschaften und vorbei an vielen grünen Feldern auf denen Schafe und die Aberdeen Agnes Kühe weiden.

Das berühmte Steinzeitdorf Skara Brae war unser erster Stopp. Diese schöne Ausgrabungsstätte liegt direkt am Ufer des Skaill Bay und wird auf 3.000 v.Chr. datiert. Skara Brae ist ein Fischer- und Bauerndorf und gehört als besterhaltene prähistorische Fundstelle Europas zum Kulturerbe der UNESCO.


Direkt daneben liegt das Skaill House, eines der schönsten Familienhäuser auf Orkney.

Der zweite Stopp führte uns zum Ring of Brodgar, am Ness of Brodgar gelegen. Die noch 27 erhaltenen Monolithen sind älter als Stonehenge. Der Legende nach sind es Riesen die die Nacht auf Orkney durchgefeiert haben und bei Sonnenaufgang zu Stein erstarrt sind, weil sie vor lauter Spaß vergaßen, sich rechtzeitig vor der Sonne zu verkriechen.

Zurück am Schiff legten wir noch einen kurzen Stopp beim Buffet ein um gestärkt unseren Rundgang durch Kirkwall zu starten. Von weiten ragt die große rotbraune St. Magnus Cathedral über alles hinweg. Im Jahr 1134 wurde mit der Grundsteinlegung durch Graf Rognvald mit dem Bau zu ehren seines Onkels begonnen. Dieser ist ein heiliggesprochener Märtyrer.

Ein kurzer Hopser über die Straße und man steht vor der Ruine vom Bishop`s Palace aus dem 12. Jahrhundert. Sehr düster hier J.

In Nachbarschaft dazu steht der besterhaltene Renaissancebau Schottlands aus dem 17. Jahrhundert. Der Earl`s Palace war Wohnsitz des verhassten Grafen Patrick, der 1615 in Edinburgh kopflos gemacht wurde. Jetzt spuckt der Geist ohne Kopf durch den Palast. Das haben sie nun davon ;-).

Nebenbei erwähnte die nette Melanie, dass das Eis und die Milch von Orkney besonders gut schmecken sollen. Also machten wir gleich mal den Test und kauften eine riesen Portion für den Eisigel und mich.

Achja, das Heimatmuseum von Orkney schauten wir uns auch noch kurz an. Hier gibt’s viele Sachen zu den Ausgrabungen zu sehen.

Zum Schluss schauten wir noch bei Tesco vorbei um uns die angepriesene Orkney Milch zu besorgen (und noch ein paar andere Leckereien). Und tatsächlich: Das Eis und die Milch waren vorzüglich.

Mit einem letzten kleinen Spaziergang entlang des Hafens endete dieser schöne Tag mit einem tollen Blick auf die Fram.

29.05.11 – Aberdeen, Schottland: Königliches Deeside

Der Weg nach Aberdeen war nicht weit, so dass wir schon um 8 Uhr anlegten. „Puhh, im Urlaub so früh aufstehen“. Aber der Bär will ja was vom Land sehen. Aufgrund der massiven Steinbauten aus grauem Granit im Stadtkern (und sonst eigentlich auch),  wird Aberdeen auch die „Graue Stadt“ oder „Granite City“ genannt. Aberdeen liegt an den beiden Flüssen Don und Dee. Unser heutiger Ganztagesausflug führte uns durch das liebliche Tal des Dee hinauf zum Königsschloss von Balmoral. Also gings um 8:30 Uhr mit dem Bus los. Nach einer etwas längeren Fahrt durch die schöne Landschaft kamen wir am Schloss Balmoral an. Im Schatten der Lochnagar Berge wurde die Sommerresidenz der Königsfamilie um 1854 erbaut. Wie wir später erfuhren, war die Queen am heutigen Tag auch in der Gegend, hat sich aber gut vor uns versteckt. Naja, daher nur ein Foto mit Schloß ohne Queen.

In Braemar nahmen wir in einem kleinen Landgasthof Platz und aßen wieder ein leckeres Stück Lachs. Zur Verdauung gings weiter zur Royal Lochnagar Distillery. Hier wurde uns bei einem Rundgang die altherkömmliche Herstellung des Whisky erklärt.

Natürlich darf hier eine Kostprobe nicht fehlen, also „Prost“.

Obwohl der Whisky 1848 zum königlichen Hoflieferant ernannt wurde, war er mir doch etwas zu mild. Ich als Bär bevorzuge eine etwas rauchigere Sorte, muss ja schließlich etwas im Hals kratzen. J

Nicht weit entfernt liegt Craithie Kirk, ein kleine Pfarrkirche, in der die Queen am Sonntag zum Gottesdienst geht wenn sie in Balmoral ist. Da heut Sonntag ist haben wir sie nur knapp verpasst.

Auf dem Rückweg nach Aberdeen besuchten wir noch kurz die Stadt Ballater mit seinem schönen alten, inzwischen zum Museum umgebauten, Bahnhofsgebäude.

Zurück am Schiff gingen wir noch einem Tipp nach den uns der nette Klaus vom Hurtigruten Team gegeben hatte. Nach ein paar Fußminuten erreichten wir den schönen Sandstrand und die kleine alte Fischer-Wohnsiedlung Footdee mit seinen sehr schön geschmückten Häuschen und engen Gassen.

Am Ausgang zum Hafen steht auch ein schöner alter Turm in dem früher die Nebelglocke bei schlechter Sicht den Weg zum Hafen wies. Mit unserem Schiffchen sind wir bei der Ausfahrt direkt dran vorbei getuckert.