2012, 2012_08, Europa, Rumänien, Rumänien - Siebenbürgen (2012), travel
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02.08.2012 – Eine Reise durch Europa im schönsten Schloss Rumäniens – Schloss Peles

Heute verliesen wir unser schönes Quartier in der Schulerau und machten uns auf den Weg weiter Richtung Süden. Unser Weg führt uns heute nach Sinaia, die „Perle der Karpaten“. Die kleine Bergstadt lockt sowohl im Sommer, als auch im Winter zahlreiche Touristen an. Im Sommer bietet die bergige Landschaft schöne Wandertouren, im Winter stehen sieben Ski-Pisten am Furnica-Berg zur Verfügung. Bereits auf dem Weg nach Sinaia hat man einen tollen Blick auf die Bergkette.

Da die Nationalstraße 1 nach Bukarest (einzige große Straße in Richtung der Hauptstadt) sich auch durch Sinaia schlängelt, standen wir schon einige Kilometer vorher im stockenden Verkehr. So hatte auch der Fahrer Zeit, die Landschaft zu bewundern :-).

Die Hauptattraktion von Sinaia ist der königliche Schlosspark mit dem Hauptschloss Peles. Vom Parkplatz im Tal stiefelten wir bergaufwärts zum Schloss, dass auf einer kleiner Lichtung im dichten Tannenwald steht.

Im Schlosspark befinden sich in unmittelbarer Nähe noch weitere schöne Gebäude. Zu erwähnen sind das „kleine Schloss Peles“ Villa Pelisor, der Sitz der königlichen Wache und das Jagdschloss Foisor (Casa de Vanatoare). Im Bild unten stehen wir vor dem kleine Schloss, das für die Ritter des Ordens Michaels des Tapferen errichtet wurde.

Nun aber zum Hauptschloss. Für das schönste Schloss Rumäniens wurde am 22. August 1875 im Auftrag von König Carol I. der Grundstein gelegt. Die Terrassen, die das Schloss umgeben, wurden im Stil der italienischen Neorenaissance errichtet.

Wer findet Tdy und Eisigel auf dem nächsten Bild?

Nun aber kauften wir uns die Ticket für die mittlere Tour, also Erdgeschoss und 1. OG. Die große Tour beinhaltet noch das 2. OG. Die Touren werden in mehreren Sprachen angeboten, wir schlossen uns der englischsprachigen Gruppe an. Wie in nahezu allen Museen in Rumänien muss man für das Fotografieren eine Gebühr bezahlen, mal mehr, mal weniger. Hier war es angemessen und hier lohnt es sich auch. Hier befinden wir uns in der Ruhmeshalle. In die Ruhmeshalle kann man von allen Stockwerken aus blicken. Für Tageslicht sorgt ein Glasdach, welches sich – man höre – elektrisch öffnen lässt. Dies war zu damaliger Zeit einmaliger Luxus.

Apropo Luxus, der fortschrittliche König Carol I. legte viel Wert auf einen zeitgemähsen Innenausbau. So besaß das Schloss bereits um 1900 eine Zentralheizung, diverse Aufzüge und Telefon. Zudem war Schloss Peles das erste Schloss Europas, das voll elektrifiziert war. Der Strom hierfür kam ökologisch aus einem extra dafür errichteten Elektrizitätswerk am kleinen Fluss Peles. Das Schloss besitzt 170 Räume, darunter auch en hauseigenes Theater, in dem 1906 die erste Kinovorstellung Rumäniens stattfand.

Für die Einrichtung der vielen Räume fühlte sich die exzentrische Königin Elisabeth verantwortlich. Hier ein paar Einblicke:

Wie man jetzt bewundern konnte, ist die Gestaltung der Räume überaus abwechslungsreich. So findet man neben Dekorationen und Möblierungen in italienischer und englischer Neorenaissance auch Zimmer die im maurischen oder türkischem Stil oder im deutschen bzw. österreichischem Barock eingerichtet sind. Das zahllose Porzellan stammt nahezu vollständig aus deutscher Herstellung. Beeindruckend fand ich die persischen Teppiche und die riesigen Kronleuchter aus Muranoglas. So abwechslungsreich eingerichtete Räume habe ich bisher in keinem europäischen Schloss gesehen und dürfte einmalig sein.

Nach dem Niedergang des rumänischen Könighauses im Jahre 1947 bewohnten Künstler das Schloss. Während der Diktatur Ceausescus war Peles der Staatspalast und daher nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Nach der Revolution 1989 wurde das Schloss Peles zu einem Museum umgewandelt.

Erdrückt von der vielen Kultur wollten wir auf den Babele Bergen etwas frische Höhenluft schnappen. In Busteni führt eine Seilbahn auf die rund 2200m hohe Ebene rund um die Cabana Babele. Doch leider war die Seilbahn heute wegen starkem Wind auf der Bergstation geschlossen *schnief*. Durch die gewonnene Zeit konnten wir uns etwas entspannter auf den Weg in das etwas weiter entfernte Bergdorf Cheia machen. Wie wir jetzt feststellten, war das auch gut so, denn so hatten wir genug Zeit im Hellen nach einer Unterkunft zu suchen. In Cheia gibt es zwar zahllose Pensionen, aber da wir erstens zum Wochenende anreisten und zweitens nicht zwei Nächte in irgendeiner Absteige übernachten wollten, mussten wir doch etwas suchen. Die siebte Pension hatte dann genug Zimmer frei und war auch recht gemütlich. Kurz frisch gemacht fielen in das erst beste Restaurant ein, da uns schon ziemlich der Magen knurrte.

Morgen steht Wandern auf dem Plan *freu*.

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