Letzte Beiträge

05.08.2012 – Von den Schlammvulkanen fast in’s Schlamassel

Der heutige Tag empfing uns wieder mit strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel. Nach einem sehr leckeren Frühstück im Innenhof unserer tollen Pension, machten wir uns auf zu den Schlammvulkanen. Das Gebiet um die Vulkane liegt etwa 30km nördlich von Berca in der Nähe von Scortoasa. Die Vulcanii Noroiosi sind einmalig auf dem europäischen Festland und ein Zeichen, dass Rumänien eine erdbebengefährdete Region ist. Es gibt rund 30 kleinere messbare Erdstöße pro Jahr. Das letzte große Erdbeben war 1977 in der Hauptstadt Bukarest, bei dem rund 1500 Menschen ums Leben kamen.

Im Naturreservat gibt es zwei Gebiete die man mit dem Auto erreichen kann. Wir fuhren zu erst zu den kleinen Schlammvulkanen. Da in Rumänien seit vielen Wochen Trockenheit herrscht, verzichteten wir auf Gummistiefel und eine zweite Ausrüstung Klamotten :-). Normalerweise kommt man hier sehr ins Rutschen, wenn die kleinen Vulkane ihren Schlamm ausspucken *blubb*.

Vom Parkplatz aus führt ein kleiner Weg hinauf zu den Vulkanen.

Unterwegs machten wir an einem Bären-Strauch 😉 kurz Rast.

Oben auf der Anhöhe angekommen sieht man schon die ersten kleinen Schlammpfützen und man hört das Grollen der etwas größeren Schlammvulkane, wenn große Blubberblasen aufsteigen.

Die reinste Mondlandschaft 🙂

Es lohnt sich auf jeden Fall einen kleinen Spaziergang durch das weitläufige Gelände zu machen, da einige der schönsten Vulkane etwas versteckt und abgelegen zu finden sind.

Warten auf den Blubb:

Die Trockenheit kann man schon an der aufgerissenen Erde erkennen, daher sind die Vulkane auch nicht ganz so aktiv, aber dennoch gab es einige die fleißig Schlamm gespuckt haben.

Schlammschlacht gefällig?

Freudig amüsiert über dieses lustige Naturschauspiel erkundeten wir die Gegend und beobachteten die Schlammpfützen beim Blubbern. Man kann die Gegend ohne jegliche Absperrung erforschen und nach Lust und Laune die Vulkane erklimmen.

Wie der aufmerksame Bildbetrachter vielleicht bemerkt hat, gibt es auf dem Areal keine Bäume und daher auch keinen Schatten. Etwas fertig von der Hitze, gönnten wir uns auf dem sehr schön gestalteten Rastplatz beim Parkplatz ein oder zwei leckere Eis und kühle Getränke.

Etwa 5 Minuten mit dem Auto entfernt kann man sich das zweite Areal mit Schlammvulkanen und einer sehr interessanten Gestein-Sand-Landschaft anschauen. Auf diesem Gelände gibt es nur ein paar, aber größere, Schlammvulkane.

Am coolsten sind aber die sehr seltsam geformten Erdspalten rund um die Vulkane. Könnte auch auf einem anderen Planeten sein :-).

Die Verwerfungen sind so groß, dass locker ein Mensch darin verschwinden könnte. Also gut festhalten und die Landschaft auf sich wirken lassen.

Gegenüber vom Eingang zum Areal, gibt es auch ein Restaurant und die Möglichkeit zu übernachten. Auf jeden Fall lohnt sich der Besuch beider Schlammvulkan-Gebiete. Wenn man mal in der Gegend ist, ist das ein MUST SEE.

Nach diesem schönen Ausflug, dachten sich Eisigel und Tdy, dass man der Empfehlung des Reiseführers folgen sollte und über Scortoasa, Canesti und Chiliile in das 20km nördliche Lopatari fahren sollte. Hier gäbe es weitere merkwürdige geologische Strukturen zu bewundern. 20km sind ja theoretisch nicht weit und daher machten wir uns voller Enthusiasmus auf den Weg. Zu Beginn fuhren wir über normale rumänische Straßen ohne Hintergedanken. Aus dem Asphalt wurde etwas später leichter Schotter; auch noch ok. Irgendwann dachten wir uns: „Da muss doch mal wieder Asphalt kommen“. Denkste. Aber hier erst einmal ein Foto von der „guten“ Schotterstraße.

Weiter ging es bergauf und bergab und aus dem Schotter wurden immer größere Steinbrocken. Irgendwann, nach gefühlten 50km und an einer großen Steigung, gab dann mal der Frontantrieb auf und trotz Vollgas ging es keinen Zentimeter mehr vorwärts. Also, alle aussteigen! Zum Glück hat das geholfen und wir haben den Berg bezwungen. An dieser Stelle, etwas weiter unten, war das ungefähr.

Landschaftlich sehr schön aber definitiv das falsche Auto. Was lernen wir daraus? Straßen, die auf der Landkarte nur als dünner weißer Strich dargestellt sind, sind nicht immer mit jedem Auto befahrbar. Von hier aus ging es weiter steil bergab nach Lopatari. Für die 20km brauchten wir ca. 1,5h. Und wofür das Ganze?

Genau, für diese merkwürdige geologische Struktur. Und der See war auch noch ausgetrocknet. Bei dem Berg auf dem Foto, handelt es sich um die sich in dieser Region befindlichen einmaligen schneeweißen Berge. Die trockenen Schneeberge tragen den Namen Grunj. Da uns nach der Fahrt doch etwas mulmig im Bauch war und der Blick auf die Karte nichts gutes verhieß, hielten wir in Lopatari am Supermarkt an und unsere Native Speaker fragten die Einheimischen um Rat. Diese grinsten uns nur an und meinten, dass der bisherige Weg noch harmlos war *aahhh*. Ohne Allrad und entsprechendem Bodenabstand ginge wohl nix mehr.

So ein Mist. Für uns hieß das jetzt, dass wir einen riesigen Umweg zurück fahren mussten. Laut Aussage der Einheimischen, sollte die Straße aber durchgehend geteert sein. Mittlerweile war es schon 15:30 Uhr. Geplant war, dass wir am See Siriu eine Unterkunft suchen wollten. Bis dahin sind es von Lopatari aus rund, dank des Umweges, 120km.

Gegen 18:30 Uhr erreichten wir den Stausee Siriu.

Vor der Reise nach Rumänien hatten wir uns 2-3 Übernachtungsmöglichkeiten ausgedruckt. Naja, was soll ich sagen. Irgendwann waren wir am Ende des Sees angekommen und hatten keines der aufgeführten Hotels gesichtet. Also, wieder umdrehen und noch mal schauen. Irgendwann fanden wir auch schon wieder eine steile Schotterstraße die zu einer Pension führen sollte. Aber, erstens war das nicht ganz so unser Geschmack und zweites, war sie ausgebucht. Nun beschlossen wir zum nächsten großen Ort zu fahren und dort zu suchen. Mittlerweile war es schon viertel nach sieben und wir beschlossen erst einmal etwas gegen den Hunger zu tun. An einem kleine Restaurant an der Straße bekamen wir noch etwas einfaches aber lecker Gegrilltes zu essen :-).

Jetzt ging es uns allen schon besser. Weiter ging es in Richtung  Intorsura Buzaului. Am Straßenrand entdeckten wir die Werbung für einen Campingplatz mit Hotel *juhu*. Wir bogen ab und erreichten kurz nach 21 Uhr die Pension La Moara. Zum Glück waren noch genügend Zimmer frei. Der Herr des Hauses lud uns auch gleich auf seine Veranda zu einem frisch gezapften Bier ein. 🙂 Geschafft aber glücklich schlürften wir gemütlich unser Frei-Bier :-).

04.08.2012 – Abkühlung in der Salzmine und Fahrt in die Walachei

Nach dem schönen Aufenthalt in den Bergen führt uns heute unser Weg in tiefer liegendes Gefilde. Sogar ganz ganz tief nach unten :-). Nach einem kleinen Frühstück in unserer Pension in Cheia, führte unsere Route weiter Richtung Süden in den Großraum von Valenii de Munte. Acht Kilometer nördlich liegt irgendwo der Kurort Slanic Prahova. Auch auf diesem Weg mussten wir feststellen, dass die Ausschilderung von Ortschaften und Sehenswürdigkeiten recht eigen ist. Sehr oft ist ein Wegweise nur aus einer Fahrtrichtung sichtbar. Kommt man aus der anderen Richtung sieht man das Schild vielleicht noch im Rückspiegel ;-). Also mal wieder wenden. Irgendwie fanden wir die Ortseinfahrt von Slanic und suchten nun die über weite Grenzen hinaus bekannte Salzmine. Hier hat man sich jegliches Hinweisschild gespart, aber wir haben ja unsere Native Speaker 🙂 und fanden dann auch den Parkplatz mit dem Zugang zur Salzmine.

Wir freuten uns schon auf die entsprechende Abkühlung unter Tage, da es draussen mal wieder an die 40° waren. Aber vorher standen wir noch ca. 1h an der Kasse und dem Fahrstuhl bevor es endlich nach unten ging. Zwei enge und wacklige Fahrstühle befördern die Gäste in 90 Sekunden in die ca. 260m tiefe Salzmine. Wer hier seinen Pulli vergessen hat, kann bei 12° ganz schön frösteln :-). Unten angekommen kommt man aus dem Staunen erst mal nicht mehr raus. Es erwarten einen 14 Kammern mit einer Deckenhöhe von 54m.

Im Jahr 1938 wurde mit dem Abbau in der Salzmine begonnen. Später, zwischen 1943 und 1970, wurde das Gestein blockweise heraus gesprengt. An den Wänden kann man die tolle Maserung im Gestein bewundern.

Auf der 84.000qm großen Fläche gibt es ein Fußballfeld, eine etwas karg ausgestattete Ruhezone und einen Kiosk. Zum Anschauen lohnt es sich wirklich hier hinunter zu fahren, allerdings nicht um Salzluft zu schnuppern. Davon hab ich leider gar nichts gemerkt. Da hier kein Salz mehr abgebaut wird und es hier unten auch staubtrocken ist, bezweifele ich, dass da noch ein Salzmolekül in der Luft rumfliegt :-). Eher riecht man noch die Maschinen zum Antrieb des Fahrstuhls.

Hier muss Tdy zugeben, dass er keine Ahnung hat, wer da seinen Kopf für hingehalten hat ;-); aber eine schönes Fotomotiv ist es doch.

Ach ja, da war noch was. Tdy kann auch Bolt. Unsere Freunde aus Herzogenaurach haben wohl gemeint, dass es sich lohnt, ein Abbild von Usian Bolt in Salzgestein zu meißeln *g*.

Wieder oben angekommen begrüßten uns schon wieder die 40°C. Unser nächstes Etappenziel für heute war Berca. Unterwegs machten wir in Valenii de Munte einen Zwischenstopp und füllten unsere Proviant-Vorräte. Natürlich kaufte ich mir eine große Melone für unterwegs :-). Nun ging es weiter Richtung Osten bis wir bei Cislau auf die Nationalstraße 10 trafen. Von dort aus ging es weiter Richtung Buzau in die Walachei. Vor Buzau verliessen wir die Straße Richtung Berca. Eine lange Brücke führte uns über einen großen, aber fast ausgetrockneten See. Unsere anvisierte Unterkunft lag im Nachbarort Plescoi. Wir fuhren durch ein typisch rumänisches Dorf und waren gespannt was uns erwartete. Zu unserem erstaunen handelte es sich um eine wirklich toll ausgestattete Pension mit schönem Innenhof. Die Zimmer taugten uns, so das wir es uns auch gleich gemütlich machten. Die „Vila Speranta“ ist wirklich zu empfehlen, vor allem auch wegen dem guten Essen und der netten Hausdame :-). Es gab keine wirkliche Karte, daher bereitete uns die Köchin aus unseren Wünschen ein leckeres Abendbrot.

Da wir alle nach dem Essen mal wieder kugelrund waren, beschlossen wir, noch einen kleinen Spaziergang durchs Dorf zu machen 🙂

03.08.2012 – Wandern in den Ciucas-Bergen

Wie fange ich jetzt an … Eigentlich mag ich Hunde, und hier gibt es auch viele nette Streuner … ABER … Ich mag diese Viecher nicht … Wenn sie früh um 4 Uhr meinen, sich vor unserem Fenster versammeln zu müssen, um gemeinsam eine Arie an den Mann im Mond zu jaulen. Da fängt einer an und alle anderen im ganzen Bergdorf machen es nacheinander nach *AAHHH*. Mindestens eine Stunde ging die Oper … Das musste ich jetzt mal loswerden *g*. Also fürs nächste Mal: Ohrstöpsel einpacken.

Und weil der Tag so gut begonnen hatte, stellten wir nach dem Frühstück fest, dass eines unserer Reisemobile die gestrige Pensionssuche nicht schadlos überstanden hatte. Wir hatten einen Platten – Mist. Da wir heute aber eh zu Fuß unterwegs sind, war uns das erst einmal egal.

Mal davon abgesehen, ist das Bergdorf Cheia ein friedlicher und ruhiger Ort, der an Wochenenden und in der Ferienzeit den Großstädtern aus Bukarest oder Ploiesti als Erholungsgebiet dient. Das 900m hohe Cheia ist eine prima Ausgangsbasis für zahlreiche Wander- und Bergtouren in die Ciucas- und Rosu-Berge. So machten auch wir uns vollbepackt mit reichlich zu Trinken und Proviant auf den Weg in die Höhe. An einer Informationstafel zum Wandergebiet suchten wir uns eine schöne Route raus und stiefelten los. Die weiß-gelb-weiße Route war unsere und führte uns erst mal zur 7km entfernten Hütte Muntele Rosu auf 1281m Höhe.

Der Weg führte uns auf Waldwegen und teils asphaltierten Straßen hinauf bis zur Hütte. Von Cheia aus kann man auch mit dem Auto hier hinauf fahren, was allerdings nicht zu empfehlen ist, wenn man sein Auto mag :-). Die Cabana Muntele Rosu bietet auch die Möglichkeit zur Übernachtung.

Wer noch weiter oben schlafen will, muss uns auf die nächste Hütte folgen. Wir wanderten also weiter die Wiese nach der Hütte hoch und bogen dann in den Wald ein. Unser nächstes Ziel ist die Ciucas-Hütte auf 1600m Höhe. Der erste Teil des Weges war ein super Wald-Wanderweg mit toller Aussicht auf die Berge.

Der Weg führte weiter bergab, was bedeutete, dass wir auf jeden Fall wieder steil bergauf müssen. Unten angekommen, kreuzten wir den kleinen Bach Berii. Viel Wasser war hier zum Glück gerade nicht. Wie kommt man hier bloss rüber wenn mal mehr Wasser da ist, eine Brücke oder ähnliches hab ich nicht gesehen.

Wie befürchtet und noch schlimmer ging es jetzt wieder mega-monster-steil nach oben. Der Weg sah aus, als wäre eine Horde Dinosaurier den Berg hochgerannt ;-). Der wohl ehemals nette aber steile Waldweg wurde in einen mehr oder weniger befahrbaren Forstweg umgewandelt. Mittlerweile sind wir auf dem Weg mit dem blauen Kreuz angekommen und langsam aber sicher ging es bergauf. Da Tdy und Eisigel aber fit sind, machte uns das nicht viel aus. Gutes Training für die Waden-Muckies. Oben angekommen, freuten wir uns schon auf einen Kaffee und ein kleines Mittagessen auf der Hütte.

Etwas ausgeruht schauten wir uns noch etwas um und genossen die schöne Aussicht. Im Hintergrund sieht man den Gipfel des Tigaile Mari (1844m).

Und hier noch ein Blick auf den Trampelpfad, den wir nun wieder hinunter mussten *ah*.

Wieder unten am Bach Berii angekommen, entschieden wir uns für einen anderen Rückweg und folgten dem Weg mit dem blauen Kreuz. Hier ging es auch schön flach und dem Bach folgend im Tal entlang, dem Valea Berii. Beeindruckend ist der riesige Nadelholzwald.

Zum Ende mussten wir leider noch ein Stück die Hauptstraße entlang, bevor es in Richtung Cheia wieder rechts in den Wald abging. Im Dorf angekommen begrüßten uns schon die Kühe, die nach Hause wollten. Jetzt haben wir uns aber echt ein Eis verdient, passend in unserer Größe.

Das war wirklich eine schöne Wanderung. … Aber da war ja noch was, Mist, wir haben ja einen Platten. Also, Notrad montiert und ab ins nächst größere Dorf zum Vulcanizare. Das sind kleine Werkstätten, die sich auf die Reparatur von Reifen jeder Art spezialisiert haben. Für 10 Ron, also etwas mehr als 2 Euro, wurde unser defekter Reifen repariert, montiert und der Luftdruck an allen vier Reifen eingestellt. Ging voll fix und ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis.

Und was gab es zum Abendbrot?

Für unser heutiges Abendbrot fanden wir ein wirklich tolles Hotel-Restaurant, das Floarea Soarelui. Hier gab es super leckeren frisch gegrillten Fisch und reichlich von unserem Lieblingsbier. Natürlich auch wieder leckeren Nachtisch.

Voll bis oben hin wanderten wir zurück zur Pension und wehe die Köter …