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10.06.11 – Ilulissat, Grönland: Oh, what a perfect day … :-)

Die Wettervorhersage für diesen Tag lautete auf jeden Fall: Sonnenschein. Eisigel und ich stellten schon ganz früh den Wecker um die ersten vorbeischwimmenden Eisberge und die Einfahrt nach Ilulissat nicht zu verpassen. Hier eine Aufnahme von 5:45 Uhr *gähn*.

Viele Fotos und Eisberge später erreichten wir die Einfahrt von Ilulissat. Ein paar fette Brocken lagen nicht weit entfernt vom Hafen. Unser Kapitän parkte die MS Fram auch gleich mittendrin.

Mit den Polarcirkelbooten sausten wir an Land und warteten auf den Janus um unsere Wanderung nach Sermermiut zu starten. Dies ist ein Siedlungsplatz ganz in der Nähe vom Eisfjord. Aber eigentlich wollten wir ja wegen dem Eisfjord Kangia dahin. Die Wanderung führte quer durch die Stadt Richtung Süden. Beim ehemaligen Heliportplatz endete die Straße, wo auch ein riesiger müffelnder Grönlandhundeplatz war. Über einen schönen Holzsteg ging es weiter hinab durch das Naturschutzgebiet Richtung Eis :-). Nach kurzer Zeit tauchten die weißen Giganten am Horizont auf. Wildes Kamerageknipse umsäuselte meine Teddyohren.

Hier endete der Steg. Um zur wahren Attraktion zu kommen, musste man noch über ein paar Felsen kraxeln. Aber die Anstrengung war es wert. Jetzt hatte man einen unglaublichen, perfekten, atemberaubenden …. Blick auf den Kangia Eisfjord, der seit 2004 UNESCO Weltkulturerbe ist. Die Eismassen im Fjord stammen vom produktivsten Gletscher der nördlichen Hemisphäre, dem Sermep Kujalleq. Der Gletscher produziert rund 7 Mio Tonnen Eis pro Jahr. Die Geschwindigkeit des Eises beträgt ca. 40 Meter pro Tag an der Abbruchkante. Das Fjord selber ist heute 55km lang und 7km breit.

Das Besondere an dem Fjord ist der Eisstau an der Mündung zur Disko-Bucht. Da sich die Tiefe des Fjords von der Abbruchkante im Landesinnere bis zur Mündung in die Bucht von 1200m auf nur noch 200m reduziert, bleiben die abgebrochenen großen Eisbrocken in der Mündung hängen. Drüber kommen nur die „kleineren“ Brocken mit einem Gewicht von rund 200.000 bis 300.000 Tonnen. Der ein oder andere Eiswürfel ist schon bis nach New York geschwommen und hat vielleicht auch die Titanic mitgenommen :-).

Der über der Meeresoberfläche schwimmende Teil des Eisberges entspricht nur ungefähr 10-30% der eigentlichen Größe. Der mächtige Rest schwimmt unterhalb des Meeresspiegels. Wir hatten heute echt Glück. In der Bucht war nicht zu viel Eis, so dass wir anlanden konnten und auf der anderen Seite war das Eisfjord auch nicht leergeschwemmt. Das kann auch schon mal passieren, da würde man im Hintergrund auf dem Bild nur Wasser sehen. Hier ein Blick in Richtung des Gletschers.

Am besten ihr fahrt selber mal hin. Das ist wirklich unglaublich. Man kommt so weit ans Eis/Wasser, dass man angeln könnte. Man kann bequem per Flugzeug hinfliegen. 🙂

Nachdem wir die Ruhe und Schönheit ausgiebig genossen hatten, stiefelten wir glücklich beseelt zurück nach Ilulissat. Auf der Küstenstraße wanderten wir zum Hotel Icefjord. In eines dieser tollen Häuser könnte ich auch einziehen :-):

Das Hotel hat eine tolle Außenterrasse. Bei einem leckeren Glas Tee oder Bier und einem großen Burger genossen wir den tollen Blick auf die Disko-Bucht. Mit vollem Magen und einem leichten Sonnenbrand schlenderten wir weiter in Richtung Zionskirche. Wie so oft wird die Kirche erst irgendwo anders aufgebaut (hier 1779) und erst einige Jahre später an ihrem Zielort aufgestellt. Aufgrund der Bedrohung durch das Eis und das Wasser, wurde die Kirche 1929 50m ins Inland versetzt. In unmittelbarer Nähe ist das Krankenhaus mit dem besten Ausblick der Nordhalbkugel.

Weil es heute so warm war, man mag es kaum glauben, gabs noch ein Eis aus dem lokalen Supermarkt. Nun war es an der Zeit zurück zur Anlegestelle zu laufen und mit dem letzten Ausflugsboot eine Tour ins Eisfjord zu starten. Man kann es kaum beschreiben, man muss es  erlebt haben :-). Das Eis strahlt eine frische Kühle aus und das Boot schipperte ganz langsam an den Eisriesen vorbei, damit man gut die Spiegelungen im Wasser sehen konnte. Hier ein paar Bilder zum Staunen:

Lecker millionenjahre altes Eis zum Nachtisch:

Na, neidisch? Nach einer guten und Stunde und 1.000 Fotos mehr ging es wieder zurück auf die MS Fram. Bei diesem tollen Wetter bot es sich an auch die Mitternachtssonne zu bestaunen. Aufgrund der fehlenden Sommerzeit (wozu auch), mussten wir allerdings bis 1:00 Uhr früh warten, bis die Sonne ihren tiefsten Stand hatte. Nicht alle Anwesenden hielten so lange durch :-). Hier gegen Mitternacht und dann um 1 Uhr.

Mitternachtssonne:

Jetzt heisst es aber „Ab in die Heia“ 🙂 Bei dem vielen Licht wird man nicht wirklich müde.

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