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17.07.15 – Quer durch die Moldau

Nach unserem tollen Ausflug mit dem Schnellboot ins Donaudelta, verlassen wir heute diese schöne Gegend, um das Gebiet der Moldau im Nordosten Rumäniens zu erkunden. Unser heutiges Tagesziel ist Iasi – eine der schönsten und kulturell bedeutendsten Städte in der Provinz Moldau. Bis dorthin sind es zwar nur 340 km, aber das Navi rechnet schon mit knapp 6 Stunden – nicht einberechnet die Wartezeit an der Fähre in Galati, um die Donau zu überqueren. Um nicht wieder zu später Stunde am Zielort zu sein, hieß es daher mal wieder …. der frühe Vogel …. . Also klingelte früh der Wecker und gegen 8 Uhr fuhren wir in Murghiol im Osten des Donaudeltas los um nach Galati zur Fähre zu gelangen. IMG_0270

Der Weg beeindruckte mit unzähligen Sonnenblumen. 🙂 Die vielen Sonnenblumenfelder reichen bis zum Horizont und nehmen einfach kein Ende – echt der Wahnsinn :-).

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In Galati an der Donau angekommen, stellen wir uns an der zum Glück noch sehr kurzen Warteschlange an und  kaufen zwei Tickets für die Überfahrt. Und da kommt sie auch schon – wir müssen nicht lange warten und parken unsere Autos auf der Fähre.

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Nach der kurzen Überfahrt geht es weiter in Richtung Norden. Wir halten nördlich von Galati am Straßenrand kurz an, um noch einmal einen Blick in Richtung des Donaudeltas zu werfen …

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… und um uns mit Wassermelone, Tomaten und Paprikas einzudecken. Wir brauchen ja etwas Proviant für die lange Überfahrt. 🙂

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Über gute und weniger gute löchrige Straßen fahren wir vorbei an den vielen schönen Sonnenblumen und bestaunen die schöne Landschaft. Auf halben Wege wird dann auch die Wassermelone geschlachtet und das Gemüse zusammen mit einer kleinen Brotzeit genüsslich verspeist :-).

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Hin und wieder geht es auch mal etwas langsamer voran, wenn die noch zahlreichen ursprünglichen Transportmittel mit Pferd und Wagen unterwegs sind.

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Die Provinz Moldau wird oft verwechselt mit der gleichnamigen im Osten angrenzenden Republik Moldau (Moldawien) – die aber ein eigenes Land ist.  Das ehemalige große Fürstentum Moldau verteilt sich heute über die drei Länder Rumänien, die Ukraine und Moldawien. Wir bleiben aber auf rumänischen Gebiet und werden in den nächsten Tagen die berühmten Moldau-Klöster besuchen, für die die Gegend so bekannt ist.

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Am späten Nachmittag erreichen wir Iasi und finden auch unser leicht verstecktes Hotel ganz gut :-). Wir ruhen uns von der langen Fahrt und der Hitze etwas aus, bevor wir am Abend in kurzer Entfernung zum Hotel noch lecker essen gehen.

16.07.15 – Donaudelta at its best :-)

Im Morgengrauen machten wir uns auf den Weg, das faszinierende Donaudelta mit den hunderten an Seen, Kanälen und Flussarmen zu erkunden. Heute stand ein 8-stunden Tagesausflug auf dem Programm – ein Highlight unserer diesjährigen Reise :-).

Nach einem kleinen Frühstück fuhren wir mit dem Inhaber unserer Pension zu dem kleinen Hafen von Murighiol. Zusammen mit einer anderen 3-köpfigen Familie aus der Pension machten wir es uns im Schnellboot bequem. Vorher bekamen wir aber noch leuchtend rote Rettungswesen, damit auch keiner untergeht, falls er aus dem tiefliegenden Boot fallen sollte. 🙂 Ready 2 go!

Bevor wir aber die Bilder von unserem Ausflug durch dieses einzigartige Wasserparadies sprechen lassen, noch ein paar kurze Fakten zum Donaudelta, dem zweitgrößten Deltas Europas. Wie allgemein bekannt ist, entspringt die Donau im schönen Donaueschingen und legt auf ihrem Weg zum Schwarzen Meer rund 2800 km zurück. Bevor das Wasser der Donau am Ende der Reise ins Meer mündet, verzweigt sich der Hauptstrom in viele Nebenarme und schafft somit dieses Naturparadies mit einer Fläche von 5200 qm – einzig vom Wolgadelta übertroffen. Das Donaudelta teilen sich Rumänien mit 82% und die Ukraine mit 18%.

Neben vielen Kanälen, Flüssen, Seen und Sümpfen überrascht das Delta seine Besucher zudem mit steppenartigen Gebieten, kleinen Dünenwüsten und tropenähnlichen Wäldern. Das Ganze bildet in Kombination mit der größten Schilflandschaft der Welt und den von Wasserrosen übersäten Seen ideale Bedingungen für eine enorme Artenvielfalt. Im Delta sind mehr als 325 Vogel- und 150 Fischarten beheimatet. Über das Jahr hinweg treffen sich viele euroasiatische Zugvögel zu einer großen Party ;-).

Von Murighiol aus geht es los in Richtung des Lacul Isac durch breite und schmale Flussarme. Auf dem ersten Bild befinden wir uns auf dem südlichen Donauarm „Sfantu Gheorghe“, der mit einer Länge von 108 km der älteste und ursprünglichste der 3 vorhandenen Donauarme ist.

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Wir fuhren kurz flussaufwärts und bogen dann auf Höhe der Siedlung Uzlina – einer von vielen Siedlungen die nur über Wasser erreichbar sein – in einen Nebenarm ab.

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Wie praktisch das wir ganze vorne sitzen – der Wind zerzaust das Fell und man kann gute Fotos machen :-).

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Wir befinden uns hier irgendwo im Gebiet um den Isac See und tuckern gemütlich vor uns hin, auf der Suche nach den Pelikanen.

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Und da sind sie auch schon – ganz viele Pelikane in einer großen Gruppe – wir haben echt ein Glück :-). Mit wenig Motorkraft näherten wir uns der Gruppe …

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… natürlich schreckten wir sie irgendwann auf und die Gruppe flog weg um sich nicht weit entfernt wieder nieder zu lassen.

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Neben den Pelikanen sind die vielen Seerosen ein weiteres Highlight. Unser Kapitän musste hin und wieder den Rotor des Motors von jeder Menge Grünzeug befreien.
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Langsam und gemächlich und voll beeindruckt tuckerten wir vor uns hin – vom Boot aus konnte man so direkt die schönen Seerosen berühren und bestaunen.

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Neben den Pelikanen bekamen wir auch lustige anderen Vögel zu sehen, die auf den Blättern der Grünpflanzen umher spazierten.

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Nachdem wir den Lacul Isac durchquert hatten, ging es auf vielen Nebenarmen weiter …

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… bis wir auf den mittleren Donauarm „Bartul Sulina“ trafen. Dieser Arm gleicht mehr einem Kanal, da er für die großen Schiffe begradigt und vertieft wurde.

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Unser Kapitän gab kräftig Gas und wir sausten auf dem Kanal entlang. Irgendwann bogen wir in einen alten Nebenarm ab von dem aus wir den noch kleineren Kanal Magearu erreichten und alsbald in Letea anlandeten. Von hier aus sind es noch rund 5 km bis zur ukrainischen Grenze. Wir wechselten das Gefährt und stiegen von unserem Schnellboot in auf einen umgebauten Geländewagen um.

Delta-FahrzeugeNach der gemütliche Fahrt über das Wasser ging es jetzt ziemlich holprig weiter und wir mussten uns gut festhalten bei dem auf und ab durch die sandige und steppenartige Gegend.
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Nach einer Weile erreichten wir in einem abgesperrten Reservat einen Wald mit vielen alten knorrigen Bäumen – u.a. mit einer sehr alten Steineiche unten im Bild – die trotz des sandigen Bodens und der Trockenheit im Sommer hier prächtig gedeiht. Im Wald gibt es jede Menge Schlingpflanzen und Lianen, an denen man sich hin und her schwingen kann.

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Weiter geht die verrückte Fahrt durch die Steppe bis hin zu den Sanddünen von Letea. Bevor wir dorthin gelangten, wanderten wir über Holzstege durch einen kleinen Auenwald, denn im Frühjahr wird diese Gegend teilweise komplett überflutet und trocknet im Sommer wieder aus.

Und da sind wir auch schon – „Huch, ist der Sand heiß!“ ;-).

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Noch vor 13 000 Jahren war hier das Schwarze Meer – inzwischen aber verläuft die Küstenlinie etwa 20 km östlich von hier. Es blieben zahlreiche Dünen, die sich bis zu 15 Meter hoch türmen. IMG_1749

Mit dem Geländewagen fuhren wir wieder zurück nach Letea, wo uns in einem wunderschönen kleinen Innenhof ein leckeres Mittagessen erwartete.

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Neben Polenta, Knoblauchcreme gab es Fischsuppe, gekochten und gebratenen Fisch …

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… und zum Nachtisch super leckere Quarkbällchen :-).

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Zufrieden und mit vollen Bauch spazierten wir zurück zum Boot. Auf den geraden Flussarmen und Kanälen sausten wir mit Vollgas dahin, bis wir wieder auf die kleinen Nebenarme trafen, auf denen man nicht ganz so schnell unterwegs sein kann, da doch ab und zu mal ein Baum ins Wasser plumpst.

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Wir überqueren noch einmal den Lacul Isac und erreichen nach etwa 8,5 Stunden den Hafen von Murighiol.

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Mit roter Nase und etwas k.o. gönnen wir uns nicht weit von der Anlegestelle einen Kaffee und eine kühle Zitronenlimo. Auf der kurzen Rückfahrt zur Pension begrüßen uns auch wieder die zahlreichen Störche in ihren großen Nestern :-). IMG_1843

Erschöpft, aber total begeistert machten wir es uns in unserer Pension gemütlich :-).

15.07.15 – Fahrt ins Donaudelta

Heute ist Tag drei unseres Rumänienurlaubs und wir verbrachten noch den Vormittag in der Hauptstadt, die 1459 erstmals unter dem Namen Castrum Bucuresti in einem Schriftstück des Fürsten Vlad III. Tepes Erwähnung fand, bevor wir ins Donaudelta aufbrachen.

Nach dem Frühstück besuchten wir den größten Bahnhof von Bukarest, den Nordbahnhof Gara de Nord im Grivitei-Viertel, der 1935 erbaut wurde.

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Von außen, wie von Innen nicht sehr spektakulär. Sehr interessant ist allerdings die analoge Anzeigetafel für die Abfahrten, die den Fahrplan des ganzen Jahres zeigt.

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Der Bahnhof an sich ist ein Kopfbahnhof mit den üblichen vielen Imbissständen und kleinen Kiosken.

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Am Bahnhof selbst ist auch der Einstieg in die U-Bahnlinie 1, mit der wer wir direkt bis zum Piata Unirii gefahren sind. Die Linie 1 fährt auf einem Ring durch die Stadt – wobei die 3 weiteren Linien eher von Ost nach West oder von Nord nach Süd verlaufen.

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Wie man vielleicht bemerkt, waren wir hier gestern schon :-). Der Grund dafür ist die kleine Bäckerei an der Strada Halelor in der Nähe des U-Bahn-Ausgangs. Hier mussten wir uns unbedingt noch Proviant für die Fahrt besorgen und noch ein paar leckere mit Marmelade gefüllte Crepe essen. Ein paar Schritte weiter steht man auch schon an der Brücke über den Fluss Dambovita, der durch Bukarest verläuft.

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Nun machten wir uns aber auf den Weg zum Flughafen um unsere zwei Mietwagen abzuholen. Nach den drei Tagen in Bukarest freuten wir uns endlich raus in die Natur zu kommen. Unser Tagesziel war das kleine Dorf Murighiol am Rand des Donaudeltas und nicht weit weg vom Schwarzen Meer.

Murighiol liegt im Kreis Tulcea im Gebiet Dobrudscha, dass durch die Donau in einen Nord- und in einen Südteil geteilt wird. Im Norden befindet sich das große Donaudelta, dass wir morgen besuchen werden. Der Südteil, eine steppenartige Landschaft und das trockenste Gebiet Rumäniens, ist geprägt durch extreme Temperaturschwankungen – im Sommer bis zu 40° und im Winter bis zu minus 30°.

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Unser Weg führt uns vorbei an vielen Weizen- und Sonnenblumenfeldern – sowie durch die typischen kleinen rumänischen Dörfer, mit vielen Storchennestern am Straßenrand, bunten Häusern und Vorgärten mit vielen Blumen und Weinsträuchern.

Hin und wieder legten wir eine kleine Pause ein und genossen den Blick in die Ferne und das tolle Licht beim Sonnenuntergang.
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Wir erreichten Murighiol erst im Dunklen, wo wir aber sehr freundlich vom Besitzer der Pension „La Tavi“ empfangen wurden. Von Deutschland aus hatten wir mit ihm schon vereinbart am nächsten Tag einen Ausflug zu unternehmen. Wir besprachen jetzt noch kurz die Details, bevor wir unsere tollen kleinen Holzhütten bezogen. 🙂