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14.08.12 – Einmal quer durch Amsterdam

Bei blauem Himmel starteten wir unsere heutige Tagestour quer durch Amsterdam. Los ging es am Bahnhof, dessen Fassade man nach ein paar Jahren Bauzeit endlich wieder bewundern kann. Die „Centraal Station“ wurde 1889 von Pierre Cuypers im klassizistischen Stil auf drei Inseln erbaut.

Hier ist der Ausgangspunkt von vielen Ausflugsbooten und einer unzähligen Anzahl an Bussen und Trams. Wir machten uns zu Fuß auf den Weg. Direkt vom Hauptbahnhof geht es die Touristenmeile „Damrak“ gerade aus Richtung Dam. Das ist großer Platz mit einem Nationalmonument, vielen Tauben, Künstlern und Madame Tussaud. Hier blicken wir gerade auf den Königlichen Palast und die Neue Kirche, in der alle holländischen Könige und Königinnen gekrönt wurden.

An der Stelle vom königlichen Palast stand bis 1806 noch ein Rathaus, das leider abgebrannt ist. Zwei Jahre später ließ Louis Bonaparte an der Stelle den Königspalast bauen. Ach ja, direkt hinter dem Königspalast befindet sich ein großer Ah-Supermarkt und rechts daneben eine Luxus-Shopping-Mal (Tipp: saubere Toiletten im obersten Stock).

Unser Weg führte uns links am Supermarkt vorbei, Richtung Prinsengracht. Dabei kommt man auch durch die Reestraat durch. Bei der Hausnummer 19 gibt es das kleine Lokal Hartenkaas. Hier muss man unbedingt eines der leckeren frisch belegten Baguette probieren. Da es aber noch früh am Tag war, planten wir, uns später dort etwas zu essen zu holen. Die Prinsengracht schlenderten wir an der westlichen Seite Richtung Süden. Dieses schöne Foto steht exemplarisch für die vielen Gassen und Brücken in Amsterdam. Hier stehen wir an der Ecke Prinsengracht – Lauriergracht.

Am Raamplein ist uns dieses schöne Exemplar im Weg gestanden. Zu unserem Erstaunen hing der süße blaue Bulli zum Aufladen an der Steckdose – Very Cool. Allgemein findet man an vielen öffentlichen Steckdosen Aufladestationen.

Weiter ging es zum Leidseplein. Hier ist zu jeder Tageszeit immer etwas los und hier befindet sich auch das Stadttheater. Nun aber auf zum Vondelpark. Gegenüber vom nord-östlichen Eingang befindet sich der Max Euweplein mit einer Anlegestelle für Ausflugsboote und dem Hard Rock Café.

Wir gingen weiter in den Vondelpark hinein. Der Park wurde nach Joost van Vondel, einem der größten Dichter des goldenen Zeitalters, benannt und dient den Amsterdamern als Naherholungsgebiet. Nach einem kurzen Stück verliessen wir den Park wieder und bogen in die Van Baerlestraat ab. Hier fanden wir nach wenigen Metern eine Bäckerei mit verlockender Auslage. Nicht wie rein. Mit vielen Kalorien in der Tüte schlenderten wir weiter zum Museumplein. Am Park liegen das Konzerthaus (Concertgebouw), das Stedelijk Museum, das Van Gogh Museum und das Rijksmuseum. Im Zentrum des Bildes ist das 1808 als Nationalmuseum gegründete Rijksmuseum zu sehen. Es ist mit rund 1,2 Mio. Besuchern pro Jahr, 200 Räumen, 5.000 Gemälden und 800.000 Zeichnungen das größte Museum der Welt. Das graue runde Gebäude links ist das Van Gogh Museum, in dem nahezu alle Werke von Vincent van Gogh zu sehen sind.

Wir nutzten die schöne große und frisch gemähte Wiese für eine kleine Pause, bei der wir einen leckeren holländischen Käsefladen verspeisten.

Nun (nach 5km) gönnten wir unseren Füßen eine Pause und nutzten unser Tagesticket um mit der Tram zum Sarphati Park zu fahren. Ziel war nicht der Park selbst, sondern der in der Nähe liegende Albert-Cuypmarkt, der größte Wochenmarkt der Stadt. Hier kann man auf 3km die ganze Woche über an vielen Ständen viele unnütze Dinge kaufen 😉 und natürlich auch leckeres Essen und praktische Fahrradutensilien.

Nachdem wir uns erfolgreich durch den sehr gut besuchten Wochenmarkt gekämpft hatten, führte uns unser Weg zur Binnenamstel. Mit Blick auf das Königliche Theater Carré und eine Schiffsschleuse liessen wir uns leckere Kokosmakronen aus der Bäckerei schmecken. Das Theater wurde 1887 errichtet, um den Oscar-Carré-Zirkus aufzunehmen. Nach dem das Theater die wichtigste Bühne für italienische Opern in Amsterdam war, bietet es heute Showprogramme für das breite Publikum.

Etwas weiter nördlicher befindet sich die Magere Brug. 1671 wurde diese wohl schönste Brücke Amsterdams aus exotischen Hölzern errichtet. Selbst heute wird das Öffnen und Schließen der Zugbrücke noch per Hand ausgeführt. Von der Brücke aus hat man einen schönen Blick über die Binnenamstel.

Wir folgten der Amstel bis auf Höhe der Herengracht und kamen dann schnell zum Rembrandtplein. Dieser zentrale Platz voller Cafes und Brasserien ist bekannt durch sein exzessives Nachtleben und war früher der Buttermarkt, auf dem die erste Stadtwaage stand. 1876 wurde aus dem Buttermarkt der Rembrandtplein.

Hier unterbrachen wir unsere Tour und fuhren mit der Tram wieder zum Dam und dann noch die paar Meter zum Hartenkaas. Dort suchten wir uns die Baguettes aus und liessen uns diese bei einem kühlen Amstel schmecken. LECKER!

Frisch gestärkt ging es zurück zum Rembrandtplein und von dort aus die Reguliersgracht Richtung Süden. Der Kanal an dieser Gracht wurde 1664 angelegt und verdankt seinen Namen dem Kloster der Ordensschwestern (Regulier = Orden). Auf der Höhe der Herengracht hat man die einmalige Perspektive von sieben aufeinanderfolgenden Brücken, die den Kanal überqueren. Leider zog sich der Himmel bedrohlich schnell mit schwarzen Wolken zu. Kurz darauf ging die Welt für ca. 15 Minuten unter und wir mussten uns schnell mit unserem kleinen Schirm unter einem größeren Baum verstecken. Hier ein verregneter Blick auf die Reguliersgracht.

Zum Glück sind wir trocken geblieben. Weiter ging es kreuz und quer, so dass wir wieder an der Prinsengracht, Ecke Spiegelgracht ankamen. Das Spiegelviertel ist das Viertel der Antiquariate und der Sammler. So lassen sich hier viele Läden mit schönem KrimsKrams und Antiquitäten finden.

Es gibt natürlich keinen Amsterdambesuch ohne Blumenmarkt. Hier kann man vor allem viele ausgefallene Tulpenzwiebeln kaufen. Der Blumenmarkt liegt an der Singelgracht, zwischen Köningsplein und Muntplein und existiert seit 1862.

Um zum Bahnhof zu kommen, stiegen wir an der Spui in die Tram, denn wir wollten uns noch den Fortschritt beim Ausbau des Hafenviertels anschauen. Vom Bahnhof aus machten wir aber vorher noch einen Abstecher in die Wallseilandsgracht. Auf der Höhe des Scheepvaarthuis liegen viele individuelle Hausboote vor Anker.

Von hier aus geht es über die Oosterdokskade zum neuen Hafenviertel. Das Bild zeigt rechts den Bahnhof und links den Blick auf die St. Nicolaas Kirche.

Da sich unsere Füße schon beschwerten, machten wir kurz eine Pause mit Kaffee und Tee :-). Im Hintergrund ist das eben erwähnte Scheepvaarthuis zu sehen. Während unserer Pause klarte sich der Himmel auf und die Sonne sagte wieder „Hallo“.

Das neue Hafenviertel ist ein Landgewinnungsprojekt mit vielen futuristisch neuen Gebäuden, die sich doch sehr vom eigentlich Stadtbild Amsterdams unterscheiden. Hinter dem Mövenpick Hotel (links) befindet sich der Kreuzfahrthafen. Hier legen neben kleinen Fluß-Kreufahrtschiffen natürlich auch die großen Ozeanriesen an.

In dem grünen Gebäude hinter uns befindet sich das interaktive Wissenschaftsmuseum NeMo. Hier kann man durch Spiele und Workshops die Welt der Wissenschaft und Technologie spielerisch entdecken.

Beim Mövenpick Hotel stiegen wir wieder in die Tram und düsten erneut zum Bahnhof. Noch war die Sonne nicht untergegangen … Wir verliessen den Bahnhof diesmal in nordwestliche Richtung. Im Hafenbecken haben mehrere Sightseeing-Anbieter ihren Heimathafen. Hier gibt es für jeden die passende Tour zu buchen. Da der Eisigel und ich das schon öfter gemacht haben, schlendert wir weiter zur Brouwersgracht.

Entlang dieser Gracht findet man viele Lagerhäuser mit Flaschenzügen und Bogenfenstern. Die inzwischen sanierten Wohnungen und Hausboote sind sehr begehrt. Bei diesem Bild kann man sich gut vorstellen, dass jeder gerne in so einem Haus mit schöner Aussicht wohnen würde. Von dem stinkenden Motorboot in diesem Bild mal abgesehen ;-). Wir folgten der Gracht bis zum Ende.

Über die Lijnbaansgracht und einer Tramfahrt ging es zurück zum Dam. Im Ah-Markt holten wir uns noch zwei leckere Salate für den späten Hunger :-). Wieder ging es mit der Tram zum Rembrandtplein. Dort suchten wir uns ein nettes Plätzchen an der Reguliersgracht und mampften im Schein der Straßenlaternen unser spätes Abendbrot :-). Ziemlich vollgefressen und knülle machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof. Von dort aus fuhren wir mit der Schnellbahn zurück ins Hotel.

An diesem langen und schönen Tag haben wir mit Hilfe unserer Tatzen und der Tram rund 30km zurückgelegt. Was für ein Trip :-). Hier die große Runde zum Nachverfolgen:

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  1. Pingback: 01.08. – 04.08.14 – Ausflug nach Amsterdam | Tdybaer's Reisetagebuch

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