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07.08.2012 – Ein Tag im historischen Schäßburg

Heute hatte sich unser Auto mal eine Pause verdient. Nach dem Frühstück im Hotel machten wir uns zu Fuß auf den Weg in das historische Zentrum von Schäßburg, dass sich auf dem steilen Burgberg befindet. Das historische Zentrum befindet sich in der Oberstadt und verteilt sich auf dem unteren Burgberg und dem oberen Schulberg. Die noch vollständig bewohnte Burgstadt ist einmalig in Europa und wurde 1999 zum Unesco Weltkulturerbe ernannt. Die Festung der Burgstadt besitzt 8m hohe Burgmauern und noch neun erhaltene Wehrtürme, die den Namen der Zünfte tragen, von denen sie einst erbaut wurden. Der schönste Weg in die Burgstadt führt über die Turmstraße hinauf zum Stundturm, dem Wahrzeichen von Schäßburg.

In dem fünfstöckigem und 64m hohen Stundturm befindet sich das Geschichtsmuseum. Im ersten Stock beginnt die Ausstellung mit einer Archäologie-Ausstellung, weiter gehts im zweiten Stock mit einer Sammlung interessanter Gegenstände zum Thema Medizin und Pharmazie des Mittelalters. Natürlich gibts im Stundturm, der schlichtweg „Turm mit der Uhr“ genannt wird, auch ein Uhrenmuseum. Neben Sand-, Wand- und Sonnenuhren zeigt das Museum auch das Schäßburger „Rad der Zeit“, das eigentliche Uhrwerk der Turmuhr mit seinen Figuren. Bevor man auf der obersten Plattform nach außen auf die Holzgalerie gelangt, kann man sich die kleine Ausstellung zu Ehren Hermann Oberth anschauen, der als einer der Väter der Raumfahrt gilt und acht Jahre das deutsche Gymnasium in Schäßburg besuchte. Seine Experimente bildeten die Grundlage der späteren Flüssigtreibstoff-Raketenantriebe.

Hier ein Blick auf die Klosterkirche und den Fluß Tarnava Mare.

Und hier der Blick auf die Piata Muzeului. Das vordere gelbe Haus ist das Casa Vlad Dracul, in dem Vlad Dracul vier Jahre lang weilte. Einer Überlieferung nach, soll sein Sohn, der später unter dem Namen Vlad Tepes Draculea bekannt und berüchtigt wurde, hier geboren sein.

Leider kann ich euch keine Fotos von den Ausstellungsstücken im Museum zeigen, da man hier die Frechheit besitzt und für die Fotografie-Erlaubnis das dreifache des Eintrittspreises verlangt, also knapp 6,50€. Die spinnen ja.

Der nächste Stopp war die Klosterkirche, gleich neben dem Turm. Sie ist eine von acht Kirchen in der Burgstadt und wurde 1298 erstmals erwähnt. Die einst dem Dominikanerorden gehörende Kirche war über einen Kreuzgang mit dem daneben liegenden Kloster verbunden. Bemerkenswert ist der Barockaltar von 1680 und das bronzene Taufbecken von 1440. Auf dem Abendmahlsbild des Altars sollen die Jünger die Gesichtszüge der damaligen Ratsmitglieder und des Stadtpfarrers tragen.

Nach der kurzen Abkühlung in der Kirche machten wir uns über den Piata Cetatii und die Schulstraße auf den Weg zum Schulberg mit der Bergkirche.

Die vielen bunten Häuser und Gaststätten in den Zunftgassen, wie z.B. das „Haus mit dem Hirschgeweih“ (links oben im Bild), machen Schäßburg zu einem einmaligen architektonischen Zeitzeugen. Die Fans der Stadt nennen Schäßburg auch „das rumänische Rothenburg ob der Tauber“.

Der Aufstieg zum Schulberg erfolgt über die Schülertreppe, einem überdachten und hölzernen Aufgang mit 175 Stufen. Der Name ergibt sich aus dem Namen des Berges und der sich auf dem Berg befindlichen deutschen Schule „Lyzeum Joseph Haltrich“. Die Treppe an sich, hat der fürsorgliche Schulmeister 1642 errichten lassen, um seinen Schülern den Aufstieg im Winter zu erleichtern.

Von hier aus sind es nur noch wenige Meter bis zur Bergkirche. Sie wird heute nicht mehr für Gemeindegottesdienste genutzt, sondern ist viel mehr ein Museum, in dem bedeutende Altäre aus aufgegebenen oder gefährdeten Dorfkirchen ausgestellt werden. Des Weiteren gibt es hier auch eine Sammlung von Vorratstruhen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Auf dem Gelände der Bergkirche befindet sich auch ein alter schöner historischer Friedhof.

Für den Weg vom Schulberg hinab wählten wir die Straße an der westlichen Stadtmauer entlang. Dabei kamen wir an einigen Wehrtürmen vorbei, in denen auch noch einige Handwerker ihre Zunft vorstellten.

Hier der Seilerturm:

Weiter unten befindet sich z.B. der Schusterturm:

Wieder in der Innenstadt angekommen, kühlten wir uns mit der frischen selbstgemachten Limonade ab und schrieben die restlichen Postkarten.

Frisch gestärkt erkundeten wir noch eine Weile die schönen Gassen der Burgstadt. Hier noch mal ein Blick auf den Stundturm mit den Figuren des Uhrwerks.

Jetzt verliessen wir die Burgstadt um uns in der Unterstadt etwas umzusehen. Auf der anderen Seite des Flusses befindet sich die Orth. Kathedrale Sfanta Treime.

Nach einer kurzen Abkühlung im Hotel suchten wir uns noch ein nettes Restaurant für ein leckeres Abendessen. Wir fanden das etwas versteckt liegende Restaurant Casa Ferdinand an einem Aufgang in der Nähe des Piata Octavian Goga. Hier konnte ich die in dieser Region typische Suppe im Brotteig kosten und genießen :-).

Zum Nachtisch gab es auch wieder eine kleine Leckerei. Crepes mit Eis gefüllt :-). Dieses Restaurant kann ich euch wirklich ans Herz legen. Unbedingt vorbeischauen wenn ihr mal hier seit.

Mit so einem vollen Bauch kann man sich natürlich noch nicht ins Bett legen. Deshalb genossen wir noch etwas die Abendsonne und spazierten etwas durch die Gegend.

Hier ein lustiger Schnappschuss. Dieses Haus ist auch schon müde :-). Daher Gute Nacht!

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